Benny 2019: Brettspiele mit Miniaturen spielen, Kindern Zöpfe flechten und am PC mehr programmieren als Videospiele spielen. Zeiten ändern sich. Veröffentlicht vonBenny Matthiesen

Tag 1: Die kleine Taverne kurz hinter der Ortschaft Lipsk erweckt nicht den Anschein einer guten Wirtsstube. Dennoch beschließen Bendegúz und Felush das erste und wohl einzige Mahl des Tages in dem kleinen, stickigen Raum einzunehmen. Ein zahnloser Wirt bringt nach mehrmaligem Rufen zwei Krüge gefüllt mit Bier. Abfällig beanstandet der Weißhaariger die wässrige Plörre. Zwei Schüsseln mit Haferbrei müssen für heute reichen. Die geschmacklose Kost mildert den Hunger und dämpft den Schmerz.

Gäste, die für ein wenig Unterhaltung einige Orens springen lassen würden, gibt es nicht. Seufzend blickt Felush in den leeren Geldsack, als eine dralle Brünette die schummrige Wirtsstube betritt. Sie erblickt den Hexer und tritt unerschrocken zu ihm. „Bendegúz von Rivien?“, fragt sie mit sonorer Stimme. „Das bin ich.“, antwortet der Hexer. Mit einem schimmeligen Kanten Brot wischt er die letzten Reste Haferbrei aus seiner Schüssel. Eine leichte Übelkeit gesellt sich zum dumpfen Schmerz in den Eingeweiden.

„Foltest schickt mich. Ich bin ein Kurier. Nehmt diesen Brief und richtet Euch nach dessen Anweisungen. Der König duldet keine Widerworte.“ Die Brünette fingert ein dreckiges Couvert zwischen ihren mächtigen Brüsten hervor. Ihr ein paar Münzen zuschieben greift der Hexer nach dem Umschlag. Die dahingeschmierten Buchstaben der beiden beschriebenen Seiten entziffert er nur mühsam. Obwohl in allerlei Sprachen unterrichtet, nützt ihm sein Wissen nichts, wenn der Verfasser in eigenwilligem Stil schreibt. Nach geschlagenen 45 Minuten beendet der Weißhaarige seine Lektüre. „Felush, wir haben einen Auftrag. Foltest bittet uns zur Burg der La Valettes. Ein Krieg zieht auf.“

Die beiden Abenteurer brechen auf. Als sie die Taverne verlassen wollen, ruft donnert die Stimme der Kurierin aus einer dunklen Ecke. Schmatzen blökt es: „Bendegúz, hört! Wenn Ihr auf Reisen seid, dann haltet Ausschau nach einigen problematischen Trollen. Die sollen neuerdings in den Ländern Temeriens ihr Unwesen treiben.“ Der Hexer quittiert diese Information mit einem Nicken. Trolle. In Temerien. Nicht zu fassen.

Der Tag zieht ins Land. Während Felush auf seiner Laute klimpert, blickt Bendegúz gedankenverloren auf die vergangenen Stunden und die ungewisse Zukunft. Was wird die beiden erwarten? Problemlos verlief die Übergabe der Briefe. Wenn auch unverständlich geschrieben, so beschenkte ihn Foltest schon bei der Übergabe des Auftrages mit allerlei Nützlichem, um ihm die anstehenden Strapazen schmachhaft zu machen. Selbst eine kostenfreie Information zu einem ominösen Troll-Problem wurde ihnen zugesteckt. Und während der ersten Reisestunden in den südlichen Landen Temerien gab es keinerlei Schwierigkeiten. Eine fehlerfreie Reise, könnte man sagen. Wie konnte der Hexer nur die Schönheit der Felder und Wälder Temeriens vergessen? Opulent, bildgewaltig, stimmig. Diese Worte geistern durch des Hexers Hirn, als er auf dem Rücken seiner Stute einnickt. Plötze wird ihn sicher tragen.

Fortsetzung folgt…

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12 Kommentare

  1. Hey Bnny, sei doch ein braver Hexer und teile uns in deinem Monsterjäger Tagebuch doch auch mit, ob Witcher 2 Bugfrei und Performancetechnisch akzeptabel ist.
    Denn das ist der Grund warum ich es mir erstmal nicht vorbestellt habe sondern lieber ein paar Tage warte, da meine werten Ohren vernahmen, The Witcher sei vor den Zeiten der Enhanced Edition doch arg verbuggt gewesen.

    Viel Spaß beim quasseln, kämpfen und sonstiger „Befriedigung“ in Witcher 2 😀

    1. Also den ersten Teil hatte ich seinerzeit in der Releaseversion gespielt und hatte in dem Sinne eigentlich keine Bugs, nur abgestürzt ists hin und wieder mal, wobei ich nen paar Abstürze jetzt letztens auch mit der Platinum Edition hatte. Richtig störend waren eigentlich nur die massiven Ladenzeiten.

      Teil 2 installiere ich grade, bei Bedarf kann ich später ja auch erste Eindrücke niederschreiben.

    2. Nja aber es gibt halt so kleine Sachen wie z.B. das die Quicksaves nicht überschrieben werden und nach 20 Stunden Spielzeit hat ich dann plötzlich 10 Gigabyte Speicherstände (es hat ne Minute gedauert bis der Ladebildschirm erschien) und die musste man erstmal wieder alle bis auf den aktuellesten von Hand löschen. ^^

    3. Das ist nu wieder was was ich grade gut finde, da ich dadurch ausschließlich per Quicksave speichern kann und trotzdem mehrere Saves mit verschiedenen Spielfortschritten habe. Beim letzten durchspielen warens am Ende auch 113 Speicherstände. 🙂

      Teil 2 läuft bei mir im übrigen einwandfrei, keine Ruckler, keine Abstürze und auch keine Bugs soweit. Einzig Texturen dauern manchmal etwas bis sie geladen werden. Sieht unschön aus, hab ich mich allerdings schon dran gewöhnt, da ja einige Spiele damit zu kämpfen haben (Mass Effect 1+2 bspw.). Atmosphäre ist wieder wie bei Teil 1, wobei die Spielwelt insgesamt etwas bunter und nicht ganz so grau in grau ist wie beim Vorgänger. Die deutsche Synchronisation finde ich bisher auch wirklich sehr gelungen. Sprache ist recht derbe, könnte der ein oder andere zartbesaitete ggf. Anstoß dran nehmen, wobei Teil 1 da ja auch schon nicht ganz ohne war, vonwegen „Deine Mutter lutscht Zwergenschwänze!“. 😉 Bei Teil 2 hab ich aber das Gefühl das sie nochmal ne Schippe drauflegen wollten. Steuerung funktioniert per Gamepad tadellos, Maus und Tastatur hab ich nicht ausprobiert und werde ich auch nicht ausprobieren. Insgesamt haben sie den Schwierigkeitsgrad auch deutlich angezogen, auf „Normal“ ists diesmal schon recht anspruchsvoll, Gegner totklicken wie in Teil 1 gibts nicht mehr, da man jetzt wirklich permanent ausweichen und parieren muß, denn ansonsten kann man neu laden. Vor allem Kämpfe gegen mehrere Gegner sind jetzt richtig knackig, denn soabld man sich umzingeln lässt, hat man schon fast verloren. Also nicht so wie beim Vorgänger, wo man möglichst viele Gegner gleichzeitig eingesammelt hat, um sie dann mit dem Gruppenkampfstil binnen Sekunden zu zerschnetzeln. Magie, die ich in Teil 1 so gut wie gar nicht genutzt habe, ist jetzt auch essentiell wichtig, um die Gegner überhaupt unter Kontrolle behalten zu können.

      Soweit jedenfalls ein großer Spaß!

    4. Du kennst mich nicht. Seit „Die Nacht des Raben“ speicher ich alle Minute ab, ich hatte schon nach dem ersten Akt in Witcher gefühlt weitaus mehr als 113 Spielstände 😀

  2. Will…..Lesen…..Aber…..Kann…..Nicht….Da…..Spoiler

    Argh!….

    Der erste Teil hat, trotz ein paar Fehlern, eine sehr interessante Stimmung vermittelt, wenn Teil 2 nur ein bisschen so ist, ist das Grund genug sich zu freuen.

    Hoffentlich tappe ich dabei nicht in die Zu-hohe-Erwartungen-Vorfreude-Falle

    Leider wird es etwas dauern, bis ich selbst The Witcher 2 spielen kann, danach wird das hier aber sofort gelesen 😉

    1. Keine Sorge. Eigentlich gibt es kaum bis keine Spoiler. Die Kurzerzählung orientiert sich nur grob am Spielgeschehen und wird auch über den Prolog nicht hinausgehen. (Vielleicht wird morgen der ein oder andere Spiel-Bug aufgegriffen, der in späteren Kapiteln auftreten kann.) Das Fanboy-Tagebuch stellt damit eher einen etwas anders geratenen Ersteindruck dar. Der Leser muss sich herausziehen, was The Witcher 2 während der Installation, Präsentation, Kampf und Entscheidungsfreiheit bietet.

      Jaja, ich weiß. Das geht auch einfacher. Pfff. Test gibt’s hier nicht. Aber ein konventionelles Wörtersammelsurium zu The Witcher 2 folgt zu einem späteren Zeitpunkt.

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