Benny 2019: Brettspiele mit Miniaturen spielen, Kindern Zöpfe flechten und am PC mehr programmieren als Videospiele spielen. Zeiten ändern sich. Veröffentlicht vonBenny Matthiesen

Tag 0: Die Sonne prasselt erbarmungslos auf die kleine Taverne nahe der kleinen Ortschaft Lipsk. Das Vieh suhlt sich in der schattigen Jauchegrube. Mistgeruch hängt schwer in der Luft. Eine Fliege bahnt sich ihren Weg durch das dichte Gestrüpp einer tiefen Kraterlandschaft. Ihr Ende kommt unerwartet. Mit einer raschen Handbewegung erschlägt der Weißhaarige das lästige Insekt in seinem Gesicht. Furzend dreht er sich im gammeligen Stroh auf den Rücken. Ein lautes Grollen kündet schmerzlich vom tagelangen Hunger des geschundenen Schläfers. Sein Name: Bendegúz von Riva. Von der Vorsehung zum Hexer erkoren. Vom Schicksal zum Geächteten verdammt. Stets auf der Suche nach neuen Abenteuern.

Ein tiefes Grunzen durchbricht die Stille der Mittagszeit. Ein Lautenschlag zerstreut jeden Zweifel des Hexers. Felush ist erwacht. Auf der Laute klimpernd frönt der zu kurz geratene Troubadour  seiner geheimen Leidenschaft. Anstatt mit schmalzigen Versen die Herzen der Maiden zu erobern, grunzt und growlt es in der Mittagshitze. Der tiefe Bass raubt dem Hexer den Schlaf.

Seit Tagen schlagen sich die heruntergekommenen Halunken durch die vertrockneten Landen Temeriens. Die Hitze setzt Mensch und Tier stark zu. Felder verdorren. Das ausgezehrte Vieh wird geschlachtet, um die letzten Reste mageren Fleisches nicht verkommen zu lassen. Die Märkte leeren sich Woche um Woche zusehends. Der Handel kam fast gänzlich zum Erliegen. Schlechte Zeiten für Spielmann und Hexer, wenn die Bauern kaum mehr Orens zum Leben, geschweige denn für Unterhaltung oder als Lohn für die Beseitigung düsterer Wesen erübrigen können. Noch schlimmer wiegen nur die eingefallenen Dekolletés der einst üppig ausgestatteten Schankmaiden. Mit leerem Magen bumst es sich ohnehin nur schwerlich; erst recht wenn man keinen festen, fleischigen Halt findet.

Der Hexer erhebt sich schlaftrunken. Mit einer Hand gegen die baufällige Scheune gestemmt, pisst er in die nahe Schweinegrube. Das Vieh grunzt verächtlich. „Bendegúz“, wendet sich der Sangesknabe an seinen Gefährten, „ziehen wir heute weiter? Wyzima liegt nur noch wenige Reitstunden entfernt. Und die verlausten Bauern werden dich doch nicht für die Beseitigung der Kikimora bezahlen. Verdammte Scheiße, Bendegúz, wir schlafen seit Tagen in dieser Scheune. Mein Arsch ist von Flöhen zerbissen. Selbst die Dirnen meiden uns wie die Pest.“

Mit einem lauten Furz kommentiert der Weißhaarige die Flüche seines Begleiters. Doch erinnert ihn das allseits präsente Jucken am ganzen Körper an die Richtigkeit der Worte. Der betäubende Schmerz seines leeren Magens beginnt sich wie nach jedem Erwachen auszubreiten. Er muss etwas unternehmen: Ein Auftrag muss her. Ein bezahlter. Dem Hexer ist es gleich, ob er eine Bauersfamilie von einem wildgewordenen D’yaebl-Rudel oder die Kanalisation einer Stadt von einem Zeugl-Befall befreien soll. Hauptsache die Bezahlung stimmt. Hauptsache die Neutralität der Hexer bleibt gewahrt. Ein Auftrag muss her.

Fortsetzung folgt…

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12 Kommentare

  1. Hey Bnny, sei doch ein braver Hexer und teile uns in deinem Monsterjäger Tagebuch doch auch mit, ob Witcher 2 Bugfrei und Performancetechnisch akzeptabel ist.
    Denn das ist der Grund warum ich es mir erstmal nicht vorbestellt habe sondern lieber ein paar Tage warte, da meine werten Ohren vernahmen, The Witcher sei vor den Zeiten der Enhanced Edition doch arg verbuggt gewesen.

    Viel Spaß beim quasseln, kämpfen und sonstiger „Befriedigung“ in Witcher 2 😀

    1. Also den ersten Teil hatte ich seinerzeit in der Releaseversion gespielt und hatte in dem Sinne eigentlich keine Bugs, nur abgestürzt ists hin und wieder mal, wobei ich nen paar Abstürze jetzt letztens auch mit der Platinum Edition hatte. Richtig störend waren eigentlich nur die massiven Ladenzeiten.

      Teil 2 installiere ich grade, bei Bedarf kann ich später ja auch erste Eindrücke niederschreiben.

    2. Nja aber es gibt halt so kleine Sachen wie z.B. das die Quicksaves nicht überschrieben werden und nach 20 Stunden Spielzeit hat ich dann plötzlich 10 Gigabyte Speicherstände (es hat ne Minute gedauert bis der Ladebildschirm erschien) und die musste man erstmal wieder alle bis auf den aktuellesten von Hand löschen. ^^

    3. Das ist nu wieder was was ich grade gut finde, da ich dadurch ausschließlich per Quicksave speichern kann und trotzdem mehrere Saves mit verschiedenen Spielfortschritten habe. Beim letzten durchspielen warens am Ende auch 113 Speicherstände. 🙂

      Teil 2 läuft bei mir im übrigen einwandfrei, keine Ruckler, keine Abstürze und auch keine Bugs soweit. Einzig Texturen dauern manchmal etwas bis sie geladen werden. Sieht unschön aus, hab ich mich allerdings schon dran gewöhnt, da ja einige Spiele damit zu kämpfen haben (Mass Effect 1+2 bspw.). Atmosphäre ist wieder wie bei Teil 1, wobei die Spielwelt insgesamt etwas bunter und nicht ganz so grau in grau ist wie beim Vorgänger. Die deutsche Synchronisation finde ich bisher auch wirklich sehr gelungen. Sprache ist recht derbe, könnte der ein oder andere zartbesaitete ggf. Anstoß dran nehmen, wobei Teil 1 da ja auch schon nicht ganz ohne war, vonwegen „Deine Mutter lutscht Zwergenschwänze!“. 😉 Bei Teil 2 hab ich aber das Gefühl das sie nochmal ne Schippe drauflegen wollten. Steuerung funktioniert per Gamepad tadellos, Maus und Tastatur hab ich nicht ausprobiert und werde ich auch nicht ausprobieren. Insgesamt haben sie den Schwierigkeitsgrad auch deutlich angezogen, auf „Normal“ ists diesmal schon recht anspruchsvoll, Gegner totklicken wie in Teil 1 gibts nicht mehr, da man jetzt wirklich permanent ausweichen und parieren muß, denn ansonsten kann man neu laden. Vor allem Kämpfe gegen mehrere Gegner sind jetzt richtig knackig, denn soabld man sich umzingeln lässt, hat man schon fast verloren. Also nicht so wie beim Vorgänger, wo man möglichst viele Gegner gleichzeitig eingesammelt hat, um sie dann mit dem Gruppenkampfstil binnen Sekunden zu zerschnetzeln. Magie, die ich in Teil 1 so gut wie gar nicht genutzt habe, ist jetzt auch essentiell wichtig, um die Gegner überhaupt unter Kontrolle behalten zu können.

      Soweit jedenfalls ein großer Spaß!

    4. Du kennst mich nicht. Seit „Die Nacht des Raben“ speicher ich alle Minute ab, ich hatte schon nach dem ersten Akt in Witcher gefühlt weitaus mehr als 113 Spielstände 😀

  2. Will…..Lesen…..Aber…..Kann…..Nicht….Da…..Spoiler

    Argh!….

    Der erste Teil hat, trotz ein paar Fehlern, eine sehr interessante Stimmung vermittelt, wenn Teil 2 nur ein bisschen so ist, ist das Grund genug sich zu freuen.

    Hoffentlich tappe ich dabei nicht in die Zu-hohe-Erwartungen-Vorfreude-Falle

    Leider wird es etwas dauern, bis ich selbst The Witcher 2 spielen kann, danach wird das hier aber sofort gelesen 😉

    1. Keine Sorge. Eigentlich gibt es kaum bis keine Spoiler. Die Kurzerzählung orientiert sich nur grob am Spielgeschehen und wird auch über den Prolog nicht hinausgehen. (Vielleicht wird morgen der ein oder andere Spiel-Bug aufgegriffen, der in späteren Kapiteln auftreten kann.) Das Fanboy-Tagebuch stellt damit eher einen etwas anders geratenen Ersteindruck dar. Der Leser muss sich herausziehen, was The Witcher 2 während der Installation, Präsentation, Kampf und Entscheidungsfreiheit bietet.

      Jaja, ich weiß. Das geht auch einfacher. Pfff. Test gibt’s hier nicht. Aber ein konventionelles Wörtersammelsurium zu The Witcher 2 folgt zu einem späteren Zeitpunkt.

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