Ich spiele tatsächlich immer noch WoW ♥ Veröffentlicht vonImke

Steinplateaus FeuerlandeDen letzten Schluck Kaffee schlürfen, währenddessen im Eiltempo links an der Feuerwand zum Schmelzofen vorbeisprinten, um die Ecke spingsen, um nicht zufälligerweise Karkin in die Arme zu rennen und dann nur noch zum Gipfel springen, um vielleicht endlich Rar Mob Skarr zu erwischen. Tägliche Routine, die in ihrer Theorie perfekt funktioniert, in der Praxis jedoch kläglich scheitert. Meine Goblin-Jägerin ist schlichtweg unfähig, in einem Satz die fliegenden Gesteinsbrocken bis hin zum Schwarzrauchgipfel lebend zu überwinden. Es müssen die kurzen Beinchen sein. Klare Kiste. Vielleicht sind es aber auch die schweren Rüstungsteile, ihre total überfüllten Taschen oder die imaginäre Batterie an Pfeilen, die meine Jägerin zu einem Bleiklumpen machen, der einfach aufgrund simpler Schwerkraftgesetze permanent gen Tiefe fällt, sobald sie auch nur einen einzigen schwebenden Gesteinsbrocken erspäht. Eins steht auf jeden Fall fest: Ich bin nicht allein! Nahezu jeder Held Azeroths tritt in regelmäßigen, ja schon selbstverständlichen Abständen ins Leere und erhöht damit seinen persönlichen Fail-Counter. Ein Erklärungsversuch oder auch warum die Falltode der Feuerlande nicht statistisch erfasst werden.

Übermut kommt vor dem Fall

Es ist zum Haare raufen. Nach einigen Wochen Feuerlande und der Suche nach Skarr, werde ich schon allein beim Gedanken, den Hüpfmarathon gen Schwarzrauchspitze in Angriff nehmen zu müssen, nervös. Kommt es ganz schlimm, schaffe ich schon nicht mal mehr den simplen Ritt durch die Feuerbsbrunst in Richtung Schmelzofen. Gefühlte zweitausend Mal bin ich schon vom Felsrand abgerutscht und in die Tiefe gefallen. So kann das nicht weitergehen. Peinlich! Dabei habe ich zu Beginn von Patch 4.2 jedes noch so kleine Steinplateau wie eine junge Göttin erklommen und jeden neben mir herunterfallendem Helden noch ein /bye hinterhergeworfen. Nun bin ich der Pausenclown für die oben wartende Jäger-Meute.

Die sechs Stolpersteine des Verderbens

Ob kleiner Felsbrocken, großes Plateau, holpriger Pfad oder einfach nur ein im Weg liegender Stein, ich nehme inzwischen nahezu jede Gelegenheit wahr, die Geschmolzene Front an jeder noch so kleinen, unscheinbaren Ecke herunterzustürzen. Der Weg zwischen den zwei Spawnpunkten von Raubkatze Skarr ist nicht weit, dafür aber mit etlichen Stolperfallen gespickt.

Jäger Campweg Schwarzrauchgipfel


1. Schwebende Gesteinsbrocken

GesteinsbrockenErste und zeitgleich auch größte Hürde auf dem Weg zum entlegenen Gebiet des Schwarzrauchgipfels ist die Formation der fliegenden, in regelmäßigen Abständen in sich zerfallenen Felsbrocken. Bereits die erste kleine Unachtsamkeit lässt jeden Helden in die Tiefe stürzen. Nicht zu weit springen, nicht zu früh losspurten, nicht zu hastig vorgehen und erst ja nicht versuchen, den ein oder anderen Brocken auszulassen. Anhand der zahlreichen Skelette am Rande des Schmelzofen, ist stets zu sehen, wer der Herausforderung nicht gewachsen war. Tagtäglich vollzieht sich am Rande des Schmelzofens ein Schauspiel sondergleichen. Mehrere Recken stehen in Reih und Glied am Abgrund und harren der Dinge, die dort kommen. Mindestens ein mutiger Spieler erklimmt die Felsformationen und stürzt mit einer Wahrscheinlichkeit von 80 Prozent ab. Man sollte Wetten auf die hüpfenden Leute abschließen. Ich wäre reich!

2. Aufwinde

AufwindeKaum ist das größte Hindernis überwunden, steht auch schon die nächste Prüfung an. Biegt Ihr rechts ab, durchquert Ihr einen Aufwind. Häufig ohne es zu merken, was wiederum der Kasus Knaxus an der ganzen Sache ist. Denn wie es sich für waschechte WoW-Nerds gehört, wird nahezu jeder zurückgelegte Meter hüpfend zurückgelegt. Fatale Entscheidung hat man den Aufwind-Buff erst vor wenigen Sekunden eingesammelt. Ein Sprung und Ihr katapultiert Euch im hohen Bogen ins Jenseits. Schleicht Ihr Euch nämlich am rechten Rand des Gipfels entlang, schleudert Ihr Euch mit hunderprozentiger Wahrscheinlichkeit zwar gen Camp 2, verfehlt den rettenden Felsvorsprung jedoch um einige wenige Zentimeter. FAIL!

3. Im Weg liegende Felsen

Als wäre das nicht schon genug, müsst Ihr Euch zusätzlich mit perfekt getarnten, fest verankerten Felsen herumschlagen. Die dunkle feste Gesteinsmasse sorgt nur zu gerne dafür, dass Ihr hängenbleibt, ins Wanken kommt, gen Felsrand stolpert und schnurstracks herunterfallt.

4. Steinelementare

ElementareBloß nicht zu lange aufhalten lassen. Jeden feindseligen NPC unter allen Umständen vermeiden. Bei der Suche nach Skarr geht es um jede Sekunde. Zieht Ihr trotzdem die Aufmerksamkeit von gleich mehreren Elementaren auf Euch, müsst Ihr eins beachten: auch ein geringer Abstand reicht für einen Sieg aus. Vor allem solltet Ihr nicht unbedingt gleich 300 Meter nach hinten laufen, um Eure Pfeile loszuschicken. Dort wartet garantiert der Abgrund und damit euer sicherer Tod.

5. Rutschige Kanten

Es mag die Einbildung einer frustrierten und genervten Goblin-Jägerin sein, aber ich bin fest davon überzeugt, dass einige der Felskanten mit Schmierseife versehen sind. Ja Blizzard, mit Schmierseife! Laufe ich ein wenig sehr nah am Abgrund entlang, gerate ich ins Schliddern, fange an zu straucheln und falle dann herunter. Jegliches Gestrampel bringt an dieser Stelle nichts. Einmal auf eine solch glitschige Kante getreten, befinde ich mich gedanklich schon bein Geistermarsch zurück zu meiner Leiche.

6. Andere Spieler

Andere SpielerEs gibt sie wirklich. Fiese, hinterhältige Spieler, die aus Spaß an der Freud ganze Jäger-Camps mit voller Absicht herunterkicken. Als ob wir hier im Schlachtfeld wären! Sehe ich heutzutage eine Eule auf mich zurennen, nehme ich umgehend meine Beine in die Hand und lauf. Man könnte schon fast von einem Trauma reden. Der Wolf im Schafspelz. So kommen die unschuldig drein blickenden und ansonsten eher als knuffige Knuddelbären bekannten Eulen daher. In Wahrheit steckt in ihnen eine Bestie mit einer vernichtenden Fähigkeit namens Taifun. Als Tarnung stets ihr Alter Ego das Mondkinküken an ihrer Seite. Schämt Euch!

Neuer Zeitvertreib für wartende Jäger: Applaudieren

Eine gute Sache hat der gefährliche Marsch auf den Schwarzrauchgipfel jedoch. Einmal erklommen, bietet sich jedem Helden eine Slapstick-Kömodie der besonderen Art. Anstatt bei der Suche nach Skarr permanent gelangweilt auf die schwebenden Felsbrocken zu starren, schaue ich mir nun stundenlang die Hüpfversuche meiner Kollegen an. Meistern sie die wohl größte Herausforderung seit der Einführung von Fahrstühlen, schenke ich ihnen einen frenetischen Applaus. Im Gegenzug ernte ich verwirrte Blicke und verstörende Kommentare. Das Leben in Azeroth kann so schön sein.

Wo bleibt der Kill-Counter?

Statistiken TodeWenn schon Tode durch Hogger und den Aufzugsboss im Pechschwingenbstieg gezählt werden, dann aber bitte auch Tode durch Abstürze in den Feuerlanden. Als simple Stürze zählen sie ja leider nicht, da man aufgrund der enormen Tiefe nirgendwo aufschlägt, sondern noch in der Luft das Zeitliche segnet. Durch eine explizite Auflistung der heldenhaften Noob-Stürze, könnte man zumindest grob errechnen, wie teuer einem die eigene Unfähigkeit zu stehen kommt. Reparaturkosten summieren sich in der neuen Daily-Zone nicht durch das Eindreschen auf Monster, sondern durch permanente Freiflüge ins feurige Nirwana. Zusätzlich könnten so Ranglisten mit den Ober-Hüpf-Gurus der Zone erstellt, ja vielleicht sogar Erfolge eingeführt werden, die unfähige Spieler mit ganz besonderen Titeln bestrafen: 10 Stürze = die/ der Ungeschickte; 50 Stürze = Gimp; 100 Stürze = Queen/ King of Epic Fail. WIN!

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5 Kommentare

  1. Sehr schön, wurde auch Zeit dass der Fahrstuhlboss mal abgelöst wird… 😉
    Besonders ärgerlich ist das Ganze, wenn man es schafft dann auch noch so ungünstig zu fallen, dass man unten auf den Magmafeldern aufschlägt – da sieht man nämlich nicht den rettenden Druiden sondern den Geisterheiler am anderen Ende der Feuerlande. Mir zumindest schon zweimal passiert, um mich hier mal zu outen.. 😉
    Auf unserem Server ist aktuell leider nicht ans Zähmen der seltenen Kreaturen zu denken, da sich ziemlich viele einen Spaß daraus machen den wartenden Jägern die Tour zu versauen und die Tiere umzuhauen, sobald ein Jäger versucht sie zu zähmen…. Vorgestern erst wieder bei Skitterflame erlebt – zwei Spieler, einer Allianz, einer Horde, stehen einträchtig in der Nähe von Skitterflame ohne sich drum zu scheren. Dann postet der Hordler im allgemeinen chat, dass Skitterflame gerade gespawned sei, falls ein Jäger Interesse hätte. Kurz drauf erscheint der erste Jäger, wartet ein paar Sek misstrauisch ab (wegen des Allianzlers wohl) und macht sich dann ans Zähmen als nix passiert. Kaum hat er damit angefangen gehen der Hordler und auch der Allianzler gemeinsam auf das Pet, darauf folgen diverse /lol und /spit emotes auf den Hunter… Das wird sich wohl so schnell nicht legen, wenn ich dann noch sehe dass ein Jäger dem anderen während dem Zähmvorgang das Pet lieber killt als es ihm zu gönnen… Schade sowas.

    1. Die Droge nennt sich „Ich warte seit Wochen auf den ollen Skarr und fliege beim Versuch ihn ausfindig zu machen, von sämtlichen Steinplateaus“.

  2. Ich geb mir den Aufriss des Steinhoppings da gar nicht erst sondern stürze todesverachtend direkt in den Abgrund und lass mich von nem Druiden einsammeln und absetzen – jump & run ist nicht mein Genre und ich hab sogar mal in der Tiefschwarzen Grotte einen Mitleidshexerport bekommen…

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