Veröffentlicht vonLars

Dead BlockDie ersten Gehversuche der Rockmusik und viele schlechte Horrorfilme: Die USA der 1950er waren eine wilde Zeit. Im Indie-Titel Dead Block wird eine Invasion untoter Zombiehorden zur grausamen Realität. Doch trägt dieses mal kein künstlich gezüchtetes High-Tech-Virus die Schuld am Desaster. Dieses mal bedarf es der Wurzel allen Übels: Rock and Roll!

Eine Bretterwand in Dead Block
In Minispielen wird um die Wette genagelt.

Zu Beginn einer jeden Partie befindet Ihr Euch innerhalb eines Gebäudes, das von Zombies heimgesucht wird. Außer einer Nahkampfwaffe stehen Euch nur wenige Holzbalken zur Verfügung – Verbesserungen und die besonderen Spezialfertigkeiten müssen ebenfalls erst gefunden werden. Dennoch ist das Ziel simpel: Lange genug überleben, um die Untoten mit einigen Riffs auf der E-Gitarre zu besänftigen. Dies benötigt einige Zeit der Vorbereitung – Zeit, die Ihr erst einmal heraus schinden müsst.

Es müssen nicht immer Türme sein

Die Eisfalle im Einsatz.
Der Barkeeper empfiehlt heute: Zombie on the Rocks!

Wie in einem Tower-Defense-Spiel üblich, nimmt die Anzahl der Angreifer mit der Zeit immer mehr zu. Darum ist es sinnvoll, zuerst sämtliche Fenster und Türrahmen mit Holzbalken zu verbarrikadieren. Während normale Bretter-Barrikaden die Untoten nur kurzzeitig am Weiterlaufen hindern, kann es von Vorteil sein, die Zahl der Invasoren nachdrücklich zu reduzieren. Dafür bietet das Spiel allerlei verrückte Fallen an, die von der Klofalle bis zur Mini-Atombombe reichen. Da sich manche Fallen für bestimmte Zombies besser eignen als andere, ist es klug, den Hammer mit Taktik zu schwingen.

Futter für den Sammeltrieb

Dead Block - Der Schlüssel
Der Schlüssel zum Erfolg darf manchmal auch wortwörtlich sein!

Um Barrikaden oder besondere Fallen errichten zu können, bedarf es Holz und Ersatzteile. Diese erhaltet Ihr durch die Zerstörung der heimischen Einrichtung und durch das durchwühlen der überall verteilten Behältnisse und Lagerkisten. Diese beinhalten zuweilen auch weitere Helfer, die ein Überleben während der Zombie-Apokalypse weiter wahrscheinlich werden lassen: Legt Ihr etwas rohes Fleisch auf die Heizung, wird der nächste gierige Zombie geröstet. Findet Ihr hingegen die Antenne des Fernsehgeräts, verlieren die nahen Untote das Interesse an Menschenfleisch – statt dessen versammeln sich die wandelnden Toten vor der heimischen Glotze. Damit wäre bewiesen: Fernsehen macht also doch doof!

Nur die inneren Werte zählen

Zombies
Schon Schiller wusste: „Durch diese hohle Gasse muss er kommen.“

Während man im Mehrspielermodus selbst die Wahl des Alter Egos hat, ist diese Entscheidungsfreiheit in der Kampagne leider nicht gegeben. Ihr steuert pro Karte immer eine festgelegte Person. Ist mehr als ein Charakter vor Ort, kann dennoch mit einem Tastendruck auf diese gewechselt werden. Haltet Ihr die Taste länger gedrückt, trottet der derzeit inaktive Überlebende in Eure Richtung. Für jede im Spiel verfügbare Aufgabe gibt es einen Charakter, der sich hierfür besonders eignet. Bauarbeiter Jack errichtet am flinksten Barrikaden, während sich der korpulente Pfadfinder Mike am schnellsten durch das heimische Chaos wühlt. Der Mann fürs Grobe ist eine Frau: Politesse Foxy teilt mit dem Baseballschläger die größten blauen Flecken aus. Alle paar Sekunden steht zudem jedem Charakter eine einzigartige Fähigkeit zur Verfügung, die das Vorrücken der Untoten weiter hinauszögert.

Mike Bacon

Hässliches Entlein oder schöner Schwan?

Obwohl Dead Block auf die Unreal-3-Engine als Grafikmotor setzt, kann sich das Indie-Spiel aus Hamburg optisch nicht mit der Konkurrenz messen. Auch die Animationen sind eher zweckdienlich als schön. Dennoch setzt das Team auf eine stimmungsvolle Comicgrafik, wie sie ähnlich bereits im Egoshooter „Team Fortress 2“ zum Einsatz kam. Für das humoristisch-überzeichnete Setting ist diese Wahl auf jeden Fall eine Bereicherung, die sich speziell in den passend inszenierten Video-Sequenzen doppelt auszahlt. Die Musikuntermalung liefert die nordrhein-westfälische Glam-Rock-Band Vampyre State Building, die maßgeblich zum Mittendrin-Feeling der 50er-Jahre beiträgt.

Um das Level zu beenden bedarf es all Eurer „Guitar Hero“-Künste.

Vorbildlich ist das simple, aber dennoch effektive Tutorial, welches den Spieler Schritt für Schritt mit allen Feinheiten der Zombie-Bekämpfung vertraut macht. Ebenso hilfreich sind die während einer Partie eingeblendeten Hilfesymbole und Kurztipps, die auf besonders effektive Taktiken hinweisen. Auf diese Weise finden auch Einsteiger schnell ihren Weg ins Spiel. Durch die kleine Übersichtskarte behalten angehende Hausbesetzer zudem einen Überblick über die Gesamtsituation des Gebäudes.

Kooperativ gegen Zombiehorden

Dead Block - Coop
In der Solokampagne könnt Ihr zwischen den Charakteren frei hin- und herwechseln.

Die zehn Solokarten unterhalten immerhin einige Stunden, doch wer mit Dead Block richtig viel Spaß haben will, startet den lokalen Mehrspielermodus. Dieser ist für bis zu vier Spieler ausgelegt und scheucht Euch über acht weitere Karten. Vor jeder Partie wählt jeder Teilnehmer einen der drei Überlebenden aus. Bereits hier ist es sinnvoll, je nach Charakter besondere Aufgaben zu verteilen. Durch geschickte Kombination der unterschiedlichen Fähigkeiten und Fallen schaltet Ihr gezielt die anrückende Meute aus. Nur durch gutes Zusammenspiel und eine sinnvolle Taktik habt Ihr im höchsten der drei Schwierigkeitsgrade eine Chance auf Erfolg. Erfahrene Mitspieler wissen: Chronische Egomanen enden im Mehrspielermodus von Dead Block schnell als Mitternachtssnack für die anrückenden Untoten.

Spiel: Dead Block | Preis: 800 Microsoft-Points (XBLA), 9,99 Euro (PSN) | Plattform: Xbox Live Arcade, Playstation Network, PC (angekündigt) 

FTopazit: Dead Block ist nicht nur für Fans von Tower Defense interessant. Der Charme der 1950er, gepaart mit der herrlich überzogenen Art alter Horrorfilme, lassen auch die Herzen von Zombie-Fans höher schlagen. Während Ihr Euch in der Kampagne durch zehn unterschiedliche Karten prügelt, besucht Ihr im kooperativen Spielmodus acht weitere Örtlichkeiten. Dieser Modus allein entschädigt schon für die relativ kurze Solokampagne, denn der Mehrspielerpart wird Euch stundenlang an die heimische Konsole fesseln. Zwei Punkte trüben dennoch den allgemeinen Spielspaß etwas: Zum einen die für heutige Verhältnisse etwas altbacken wirkende Grafik, zum anderen der auf einen Splitscreen limitierte Mehrspielermodus. In Zeiten von Xbox Live und Playstation Network ist ein optionaler Onlinemodus einfach ein Muss! Vielleicht folgt diese Änderung später noch mit der bislang nur angekündigten PC-Fassung. Der Menüpunkt „Inhalte herunterladen“ lässt auf jeden Fall schon einmal auf Nachschub in Form von DLCs hoffen: Mit neuen Karten, mehr Zombies und noch abgefahreneren Fallen!

Beteilige dich an der Unterhaltung

1 Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.