SW:TOR – Wann kommen die Android- und iPhone-Apps für Crew Skills?

von 10. Dezember 2011 um 08:00 7
SW:TOR – Wann kommen die Android- und iPhone-Apps für Crew Skills?

Eine Revolution steht uns ins Haus! Mit Star Wars: The Old Republic wird das in die Jahre gekommene Gammler-Handwerk des gemeinen MMORPGs vollkommen auf den Kopf gestellt. Verrückt und ausgefuchst wie BioWares Entwickler nun einmal sind, müsst Ihr nicht mehr selbst zum Schmiedehammer greifen oder zarte Pflänzchen ihrem angestammten Wurzelplatz entreißen – dafür gibt es arbeitsame Knechte Gefährten. Oben drauf stülpen die Designer ein gar lustiges Missionsspiel, das manch ödem Browserspiel Konkurrenz machen könnte. Stellt sich nur die Frage: Wann kommen die Android- und iPhone-Apps, um das Handwerk langwierige Crew Skills auch unterwegs steigern zu können?

Der Mittelstand geht den Bach runter

Na, was ein Einstieg! Jetzt wird über das Handwerk in SW:TOR mal so richtig abgelästert. War ja bei dem Autor auch zu erwarten: Der Benny ist halt nie zufrieden! Dabei schreibt an dieser Stelle ganz einfach die Sehnsucht nach einem wirklich interessanten Handwerkssystem aus mir. Seit Jahren müssen wir Online-Rollenspieler auf ein einfachstes Klick-dir-im-Menü-einen-Gegenstand-zusammen-System zurückgreifen. Ausnahmen gibt es davon kaum. HdRO, WoW, Rift und Co. sind dabei allesamt so langweilig wie Star Wars: The Old Republic und umgekehrt. Und so richtig unterscheiden sich deren Konzepte auch gar nicht von althergebrachten Handwerkssystemen. Dank WoW und Co. wurde lediglich der Zeitaufwand herausgekürzt.

Wo man in Ultima Online noch Stunden damit verbringen konnte, in den Wald zu gehen, Hölzer zu hacken, diese zu verarbeiten und in mühevoller, ich betone, MÜHEVOLLER KLEINSTARBEIT (Sollte ich an dieser Stelle zitieren?) wirklich sehenswerte Gegenstände, gar ganze Häuser zu zimmern, muss heutzutage alles ganz schnell gehen: Rohstoffe werden im Vorbeigehen eingesackt, Rezepte schaltet man beim Lehrer frei. Und eigentlich könnte man sich den ganzen Quark auch sparen, da Instanzen, Schlachtzüge und PvP-Farmarbeit ohnehin die hochwertigeren Ausrüstungen bereithalten. Nein, Handwerk in MMORPGs ist nicht interessant. Da hilft auch das Minispiel-Geklicke eines EverQuest 2 nichts – wobei das Handwerk in Sonys Free2Play-MMORPG insgesamt doch unterhaltsam ist.

Wir nennen das jetzt Crew Skills

Drei Crew Skills könnt Ihr erlernen. Je höher Eure Charakterstufe, desto mehr Gefährten dürfen gleichzeitig arbeiten.

Den SW:TOR-Entwicklern muss man zugutehalten, dass sie von der Fehlannahme ausgingen, dass Handwerk nichts Heroisches sein kann. Mit diesem Ansatz konnte aus dem neuen Handwerksansatz nichts werden. Denn natürlich hat es etwas Majestätisches, wenn man einen glühenden Stahlklotz langsam in eine Form zwingt, die klaffende Wunden in die Leiber der Feinde schlagen wird. Natürlich verdienen Zimmerleute, Kräuterhexen und wie sie alle heißen unseren tiefster Respekt. Und all das kann auch in einem Videospiel Spaß machen. Wenn man für seinen Erfolg arbeiten muss und nicht nur lahme Gummi-Knüppel herstellen darf; wenn man das Gefühl hat, aufgrund der eigenen Leistungen etwas wirklich Tolles, etwas Einzigartiges zu erschaffen; vielleicht auch mal rein zufällig etwas zu entdecken.

Stattdessen lagert BioWare mit Star Wars: The Old Republic das Handwerkssystem als Crew Skills aus – man muss ja schließlich immer einen neuen Namen erfinden. Versetzt man sich in die Köpfe der Designer, dann ist dieses Konzept auch ganz logisch: Handwerk macht keinen Spaß, also muss es jemand anderes als der Spieler erledigen. Und dieser jemand sind all diejenigen Begleiter, die Ihr nicht aktiv auf eure Reisen mit Euch führt – daher auch der Name Crew Skills.

Sammeln, handwerken, missionieren

400 Fähigkeitenpunkte müssen erarbeitet werden. Aufwändiger Gegenstände benötigen mehr Herstellungszeit.

Sobald Ihr den Startplaneten verlassen habt und somit mindestens einen Begleiter an Eurer Seite führt, dürft Ihr bis zu drei Crew Skills erlernen. Diese gliedern sich wie üblich in Sammelfähigkeiten und produzierendes Handwerk. Neu hinzu kommen die sogenannten Missionsfähigkeiten, hinter denen sich ein simples Browserspiel-Konzept vom Schlage eines Shakes & Fidget – The Game verbirgt: Ihr wählt aus einer Liste verfügbarer Missionen die passende aus und wartet einige Minuten, bis der entsendete Gefährte mit Belohnungen und Crew-Skill-Skill-Punkten (das musste jetzt sein) zurückkommt oder tief gesenkten Hauptes einen Fehlschlag eingestehen muss.

Was vor vielen Monaten mit der bloßen Erwähnung „Missionsfähigkeiten“ noch die Phantasie der Redakteure und MMORPG-Spieler beflügelte, entpuppte sich während der ersten Spieltests als das, was es letztendlich ist: ein einfaches Klick-Browserspiel ohne Tiefgang und Spielspaß. Während man selbst Aufträge in der freien Spielwelt erledigt, Flashpoints in kleinen Gruppen meistert oder sich im PvP-Kampf beweist, darf man in immer länger werdenden Zeitabständen immer mehr Gefährten auf kostenpflichtige Missionen schicken. Je höher Eure Fertigkeitsstufe der entsprechenden Missionsfähigkeit, desto mehr Zeit benötigen Eure NSC-Sklaven und desto mehr Kosten verursacht das Entsenden. Bei Erfolg gibt es Beute; bei Fehlschlag eine Entschuldigung.

Doch dieses Minispiel macht nicht bei den Missionsfähigkeiten halt. Auch Sammelfähigkeiten bieten optionale Missionen, um Eure Gefährten gegen Credits nach Rohstoffen suchen zu lassen. Alternativ dürft Ihr aber auch in der ganz normalen Spielwelt Pflanzen pflücken oder archäologische Fundstellen plündern. Über einen Mausklick erledigt auch Euer derzeit aktiver Begleiter diese Sammelarbeit; das ist soweit ganz nett. Jede Aktion trägt dabei dazu bei, die Fähigkeitsstufe des Crew Skills bis zum Höchstwert 400 zu verbessern.

Warum liegt denn da Weltraumschrott? - Warum hast du eine Schweißermaske auf? - Ja dann krit' mir doch einen.

Doch selbst jetzt ist das spannende Konzept der Missionsfähigkeiten noch nicht aufgebraucht. Auch die Handwerksfähigkeiten nutzen die Grundkomponente Zeit. Anstatt aus vorhandenen Materialien an einer Werkbank eine neue Rüstung zu fertigen oder in der Badewanne ein Revitalisierungselixier zu brauen, benötigen Eure Crew-Mitglieder Zeit zur unsichtbaren Herstellung der Gegenstände. Was anfangs noch wenige Sekunden dauert, benötigt bald viele Minuten und kratzt sogar ganz unverblümt an der Stundenmarke. Angesichts der aus WoW nur allzu gut bekannten Mechanik: Stelle 20 Mal den gleichen Gürtel her, um anschließend 20 Mal den gleichen Supergürtel der Suprigkeit herstellen zu können, um anschließend… Ihr seht, worauf das hinausläuft: Man muss irgendwie die Höchststufe des Fähigkeit erreichen, um vorübergehend brauchbare Ware herzustellen. Der Zufall entscheidet zudem darüber, ob Ihr einen etwas besseren, da kritischen Gegenstand als üblich herstellt.

Übrigens dürft Ihr nur eine Handwerksfähigkeit erlernen. Für Missions- und Sammelfähigkeiten gilt hingegen nur die allgemeine Einschränkung, dass insgesamt nur drei Crew-Skills ausgeübt werden dürfen. Dabei ergänzen einige Sammel- und Missionsfähigkeiten bestimmte Handwerksfähigkeiten besser als andere. Entsprechende Empfehlungen könnt Ihr im Kodex oder in unserer kleinen Übersicht am Ende des Artikels nachschlagen.

Wer’s bastelt, darf’s auch kaputt machen und modden

Yeah, drei Mod-Slots bieten ausreichend Ausbaumöglichkeiten.

Bevor wir zur kongenialen Idee der Smartphone-Apps kommen, muss erwähnt sein, dass die Entwickler tatsächlich einen klugen Einfall hatten: Was man über einen Handwerksfähigkeit herstellen kann, das muss man auch wieder kaputt machen können. Somit dürft Ihr beispielsweise Rüstungsteile oder Mod-Gegenstände zerlegen, um deren Ressourcen zu erhalten. Vorausgesetzt, Ihr habt die passende Handwerksfähigkeit erlernt.

Außerdem dürft Ihr Gegenstände, die über einen sogenannten Modifikationsplatz verfügen, stetig mit immer besseren Modifikationen aufwerten. Das macht richtig Spaß und sorgt dafür, dass Ihr heißgeliebte Gegenstände wie das erste selbst gebaute Lichtschwert über lange Zeit tragen dürft. Zudem kann Beute aus Flashpoints und Operationen in ihre Einzelmodifikationen zerlegt werden, damit Ihr diese hochwertigen Verbesserungen für Eure Lieblingsgegenstände nutzen dürft. Ein Gegenstand besitzt dabei bis zu vier Mod-Plätze. Daumen hoch, BioWare!

Wann kommen die Android- und iPhone-Apps?

Achtung! Das ist nur eine nahezu echt wirkende Fotomontage, das gibt es so nicht. Hier war der Autor total kreativ.

Jetzt mal Tacheles: BioWare hat kein schlechteres Handwerk als in den meisten anderen MMORPGs geschaffen. Aber Crew Skills in Star Wars: The Old Republic sind aufgrund ihres drögen Grundkonzepts und vor allem der Langwierigkeit prädestiniert, um über eine iPhone- oder Android-App auch unterwegs gesteuert zu werden: Eine einfach Übersicht aller Gefährten, ein Berufsmenü und ein Entsenden-Button würden ausreichen.

Wie toll wäre es, wenn ich im Zug nach Nirgendwo mein feines Smartphone zücken könnte, um Harry Handwerker über viele Stunden hunderte Armschienen der langweiligen Werte herstellen zu lassen? Gemütlich könnte Soldat und Truppenführer Dargalin die Beine hochlegen und entspannen, während Benny Bahnfahrer für ein paar Minuten beschäftigt wäre, ohne am PC sitzen zu müssen.

Und wie praktisch: Ein weiterer Vorteil wäre, dass ich nicht immer wieder während meiner Planetenerkundungen, Weltraumkämpfe oder Flashpoint-Ausflüge das Gefühl haben würde, alle fünf Minuten meiner untätigen Mannschaft einen Arbeitsauftrag erteilen zu müssen. Denn während vor allem die hohen Stufen des Handwerkssystems viel Zeit in Anspruch nehmen, seid ihr während der ersten 100 Fähigkeitspunkte dazu verdammt, alle naselang durch das Crew-Skill-Menü zu klicken. Das macht keinen Spaß, das ist nicht innovativ. Das kann nicht begeistern. BioWare hat die Chance vertan, frischen Wind in das künstlich am Leben gehaltene MMORPG-Handwerk zu bringen. Schade.

Kommentare

7 Wordpress-Kommentare

  1. Hätte nur SW:TOR ein Fünkchen mehr von STWG abbekommen, wäre das Handwerkssystem wesentlich interessanter Geworden, aber anscheinend zählt in heutigen Zeiten nur noch das automatisieren von Prozessen und die Hauptsache das man egal wo ist diese Prozesse kontrollieren kann.Ich frage mich wann die ersten legalen Bots für Spiele bereitgestellt werden für jemand der das Spiel „spielen“ möchte aber keine Zeit hat und so seinen Bot für sich spielen lässt…wäre übrigens eine Interessante Geschäfts Idee oder nicht 10€ im Monat für einen Bot der das Spiel für mich spielt somit habe ich einem Kunden den ich nichts gebe er mir aber Geld wäre doch etwas für Blizzard…

  2. Ich bin mal schwer gespannt drauf wie auf Dauer die Motivation bei den Handwerkssachen aussieht. Ich persönlich mag den „aktiven“ Ansatz eigentlich lieber. Auch wenn man bei WoW natürlich nicht wirklich „aktiv“ etwas baut, aber immerhin macht der Spielcharakter das selbst und man muss sich „aktiv“ Zeit dafür nehmen bzw. die Zeit dafür einplanen und kann eben nicht nebenher questen o.Ä.
    Und irgendwie mag ich das… Klar, wenn man für irgendwelche Erfolge 200 mal das gleiche Bauen / Verarbeiten muss geht man sich einfach mal nen Kaffee holen, aber ansonsten mag ich es einfach, meinen Char etwas erstellen zu lassen und zu sehen, wie der Balken (mal schneller, mal langsamer) voll wird und ich dann den Gegenstand habe. Oder aber z.B. 100 Kochmarken von Dalaran zu sammeln um mir dann die Kochmütze zu kaufen und mich stolz wie Oskar damit in die Hauptstadt zu stellen und meine ganzen Buff-Foods in Rekordzeit zu kochen 😉
    Auch wenn ich natürlich nicht gegen Faulheit gefeit bin, könnte ich mir vorstellen dass ich diesen „aktiven“ Part bzw. das bewusstere Nutzen der Handwerksfähigkeiten bei SWTOR vermissen werde – aber sicher weiß ich das erst in ein paar Wochen 😉

  3. Für mich waren Berufe in WoW immer nur Mittel zum Zweck. Als Raider oder PvP-Spieler brauchte ich einfach gewisse Berufe für sinnvolle Boni oder auch einfach die Kostenersparnis, um Juwelen, Verzauberungen und Co. nicht ständig im AH kaufen zu müssen. Dank der vielen Chars war ich quasi in jedem Beruf autark, aber ganz ehrlich: Spaß hat das nie gemacht.

    In Everquest 2 fand ich das System erfrischend – aber nach einer Weile fand ich die kleinen Minispielchen auch nur noch nervig. Ich will als Held nicht minutenlang an einem Amboss stehen…ich will Abenteuer erleben, mein Schwert in das Fleisch des Gegners rammen und Feuerbälle aus meinen Augen schießen. Und genau deswegen finde ich den passiven Ansatz von SW:TOR für mich genau richtig.

    • ist bei mir das selbe wie bei karsten.
      Ich wäre aber gegen ein app für swtor, ich liebe mein altes htc herald und weiger mich strickt dem neumodigen smartphone irrsinn mitzumachen =)

  4. Gegen so eine App hätte ich nichts einzuwenden. Wäre doch schön wenn man nicht zu Hause ist und ein paar Minuten frei hat seine begleiter schonmal auf Mission zu schicken.
    Hoffe aber nur das das Handwerk wirklich gut ist und es nicht so wie bei anderen Spielen herausläuft das für die meisten Spieler doch nur die Sammelberufe am meisten bringen.

  5. Pingback: NinjaCast [49]: Star Wars - The Old Republic Headstart | Ninjalooter.de

  6. Wieso muss es immer eine App sein? Eine einfache Webseite würde es doch auch tun.
    Würden sie eine API zur Verfügung stellen könnte man sich das leicht selbst basteln. Aber das ist wohl nur Wunschdenken.

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