Benny 2019: Brettspiele mit Miniaturen spielen, Kindern Zöpfe flechten und am PC mehr programmieren als Videospiele spielen. Zeiten ändern sich. Veröffentlicht vonBenny Matthiesen

Wie steht es eigentlich um den Journalismus? Genauer: Wie steht es um den Videospielejournalismus in Deutschland? Schlecht oder gut? Stirbt Print? Ist Online wirklich kostenlos? Pff, Ball flachhalten! Bevor wir uns die große Systemfrage stellen, sollten wir vielmehr beim Offensichtlichen anfangen: Was lesen wir da eigentlich? Vielleicht blieben uns Pseudo-Ankündigungen die gar keine sind – zu Dingen, die längst bekannt sind –, Falschinformationen wegen Recherchophobie und die ganzen inhaltslosen und vor allem für Videospielefans bedeutungslosen „Nachrichten“ zu Analystenwortmeldungen erspart, wenn sich Journalisten eine ähnlich Frage stellen würden: Was schreiben wir da eigentlich? Drei aktuelle Beispiele*, bei denen ich mich frage: Wer will mir Böses, dass er so einen Mumpitz schreibt?

Fall 1: Der Hexer und die ominöse Prophezeiung

„Mysteriöser Countdown auf Witcher-Seite aufgetaucht“ – was mag da wohl aus den Untiefen des Internets an Land gespült worden sein? Ein neuer Witcher-Teil? Wieder einmal ein langweiliges Browser-Game? Vielleicht doch endlich das Mod-Kit für Witcher 2? Oder gar eine Ankündigung irgendwelcher weltbewegenden Entwicklungen: Vielleicht sieht Geralt demnächst wieder slawisch aus? (Ist aber nicht rassistisch gemeint.) Triss Merigold könnte auch ein eigenes Spiel vertragen: Triss Inside – extra schlüpfrig! Aber nur für iPad und Co, damit ihr kleinen Schweinchen auch schön was zum Rubbeln habt.

Über so einen Mist könnte man in Blogs und Foren, Twitter und Facebook oder auf Messageboards diskutieren. Vor allem, wenn man des Polnischen nicht mächtig ist. Denn der mysteriöse Countdown, der seit Tagen der Fantasie deutscher Videospieleredakteure kräftigere Schwingen verleiht als dieses komische Aufputschgetränk in den dünnen Dosen, ist lediglich auf der polnischen Witcher-Webseite zu sehen. Und das hat auch seinen guten Grund: CD Projekt RED, Entwickler der Witcher-Reihe, veranstaltet zum achtjährigen Jubiläum der offiziellen Foren-Community eine kleine Party. Neun Auserwählte aus der polnischsprachigen Forengemeinschaft werden dazu eingeladen. Die entsprechenden Mitgliederprofile wurden in den vergangenen Tagen nach und nach unterhalb des Countsdowns freigeschaltet.

Selbst wenn man nur wenig in der Witcher-Community zugegen ist und dem Wohlklang des Polnischen mit ebenso wenig Sprachkenntnis begegnet, hätte man dem kurzen, rollenspielgerechten Erklärungstext – der natürlich in den Sensationsnews eben nur Erwähnung fand, weil er ja so lustig auf Botentext gemacht ist – entnehmen können, dass ein gewisser König REDanii zur Feier lädt. Und zwar, um ein Achtjähriges im roten Schlosse zu feiern. Hihi. Die Halunken von CD Projekt RED sind aber auch ein lustiges Häufchen: REDanii lädt ein! Und das auch noch in Majuskeln. All diese Details hätte man mit ein wenig Textverständnis, das über die pure Sprachbarriere hinausgeht – oder sie wie in meinem Falle elegant umschifft –, lesen können.

Ein Griff zum Telefonhörer wäre kurioserweise ebenfalls eine Alternative gewesen und hätte hinter das, was nur Minuten zuvor über Twitter und Facebook von ahnungslosen Fans noch mit einem Fragezeichen verbreitet wurde, ein Ausrufezeichen setzen können. Und zwar weil man als Videospielejournalist die Möglichkeit dazu hat – und die Pflicht. Wir sollen doch schließlich informieren und nicht spekulieren. Informiert hat übrigens nur wenige Minuten später das Gefolge des roten Königs aus dem roten Schloss höchstselbst. Das ging einigen deutschen Newsschreibern offensichtlich zu schnell, weswegen sie ihre informationslose Spekulationsneuigkeit selbst Stunden und Tage später ohne diesen Hinweis verfassten. Und diejenigen, die in Puncto Schnelligkeit auftrumpfen konnten, verkniffen es sich, ihre „Top-News“ mit einem Update zu versehen. Bis heute bleiben die Leser auf allen Webseiten so klug wie zuvor, während manch Journalist aus seiner Falschmeldung sogar das „Gerücht des Tages“ macht. Diese Chuzpe muss man erst einmal haben.

Fall 2: Blizzard ersetzt Blizzcon durch Twitter-Meldung

Schon gehört? Blizzard bastelt an einer fünften Erweiterung für World of Warcraft! Dabei ist der Panda-Streichelzoo doch erst vor wenigen Wochen entlaufen. Ob colachipsgestählte WoW-Anhänger mit so schnellem Inhaltsnachschub überhaupt klarkommen werden? Wird den ins Amorphe abdriftenden Organismen nicht die zweijährlich wiederkehrende Erholungspause samt Sonnenlicht und rehabilitiver Bewegung fehlen?

Ihr werdet es kaum glauben, aber solche, oder zumindest ähnliche Fragen wurden tatsächlich von Redakteuren gestellt, die wohl eher per Zufall über Rob Pardos Twittermeldung stolperten. Dass das amerikanische Entwicklerstudio die jährliche Blizzcon mangels Super-Duper-Ankündigungen in diesem Jahr ausfallen lässt, mag viele Kollegen vor Monaten überrascht haben. Dass Pardo die Super-Duper-Ankündigung(!) mit Super-Duper-Showprogramm einfach durch ein Zwitschern im Kurznachrichtendienst ersetzen würde, das versetzte einige nun in einen wahren Rauschzustand. Ich kann die vor Vorfreude überstrahlenden Gesichter hinter rauchenden Tastaturen förmlich vor mir sehen. Dabei schrob Pardo in 105 Zeichen lediglich, dass die nächste Erweiterung „awesome“ werden werde; mit einem Smiley dahinter!

Und wisst ihr was? Dass seit geraumer Zeit an der nunmehr fünften WoW-Erweiterung gearbeitet wird, ist seit vielen Monaten kein Geheimnis mehr. Immerhin sprach Blizzards Paul Sams, geschwätziger Kollege Pardos, im Frühjahr ganz offen über die zukünftigen Pläne. Zu einem Zeitpunkt, als die verklärte Asienbild westlicher Entwicklerhirne noch in dichten Nebeln lag. Bedienen wir uns jetzt noch unseres eigenen Verstandes, oder erinnern uns an Dinge, die WoW-Entwickler schon vor Jahren in Interviews gesagt haben, dann wird klar: Mit der Entwicklung einer neuen Erweiterung wird nicht erst Minuten vor der offiziellen Ankündigung begonnen. Echt jetzt. Die machen sich wirklich schon eher Gedanken. So twöttörtö Pardo auch weiter: „Oh don’t worry… we will go plenty slow lol. This is Blizzard after all :)“

Aus Sensationsgier aus einer eher belanglosen, da absolut nichts Neues verkündenden Twitter-Nachricht eine „Blizzard kündig an…“ zu machen, ist die Pervertierung einer Berichterstattung. Schließlich können wir alle Pardos privatem Twitter-Account folgen, auf dem er in Zeichensprache immerzu grinst und sich seines Lebens freut.

Fall 3: Ein blinder Analyst sucht immerzu Körner

Michael Pachter. Der Name sagt euch nichts? Sollte er aber. Der Mann ist das moderne Orakel von Internethi. Eigentlich ist er nur Analyst, das heißt, dass er mithilfe einer komplizierten Apparatur aus Spiegeln, Bunzenbrennern und unter nicht unwichtiger Beteiligung der Exkremente schwarzer Hühner in die Zukunft der werdenden Videospielgeschichte blickt. Und Pachter ist ein Vollprofi: Zu jedem wichtigen Titel der letzten Jahre weiß er etwas Kluges zu sagen. Dabei heißt wichtig, es muss ein Spiel sein, über das ohnehin schon viel gesprochen und geschrieben wird, damit der Orakelspruch möglichst große mediale Aufmerksamkeit bekommt. Und die klugen Dinge müssen sich irgendwie mit Zahlen befassen – wahrscheinlich gibt’s für die Hühner nur Zahlensuppe zu futtern. Da tönt es immer wieder:

„SWTOR hat ganz viel Geld gekostet“, „SWTOR wird viele, viele Abonnenten haben und ganz viel Geld einspielen“, „Ups, doch nicht“ gefolgt von „Wenn nicht die, wer dann?!“

Pachter ist ein Vollprofi: Journalisten lieben es, seine weisen Worte zu zitieren. Dabei scheint es ganz egal, wie oft sich Pachter in der Vergangenheit irrte. Immer wieder werden Mutmaßungen und Annahmen aufgegriffen, zu Pseudo-Insider-Artikeln verwurstet und dem gierigen Klickvieh hingeworfen. Dazu gibt’s die passende Bildergalerie, das schönt die Zahlen. Nur eines fehlt komischerweise gänzlich: Die Berichte über seine immer wieder notwendigen Korrekturen, Richtigstellungen oder ein wirklich informativer Report darüber, warum uns Spieler die leeren Worte eines Analysten überhaupt interessieren sollten.

Wir sind zum Spielen gekommen. Videospielejournalisten sollen uns mit Informationen, Neuigkeiten, Bildern, Videos, Texten und den sträflich vernachlässigten Interaktionsmöglichkeiten des Internets unterhalten. Sie sollen Wichtiges von Unwichtigem trennen, damit wir uns die Zeit dafür sparen können. Stattdessen bekommen wir Belangloses ohne jegliche Grundlage, über das nicht selten ein Streit in den Kommentaren entbrennt. Ein Streit, der auf eben dieser fehlenden Grundlage basiert und den nicht vorhandenen Einblicken in eine Geschäftswelt, die wohl selbst Vollprofi-Analysten kaum durchschauen können. Ein Streit, den es eigentlich gar nicht bräuchte und der niemandem außer dem Journalistenkollegen dient, der sich selbst nicht mit einer Analyse seines Fachgebietes beschäftigen muss, um etwas Kluges schreiben zu können, sondern einfach nur abtippen braucht. Das kann ein Kopierer aber effizienter.


*Ich habe bewusst auf die Verlinkung der entsprechenden Artikel verzichtet, da es tragischerweise zu allen drei Beispielen auf allen großen deutschsprachigen News-Portalen entsprechende Nicht-Inhalte gibt.

Sollte sich jemand fragen, warum ich meine Zeit damit zubringe, solch einen Artikel zu schreiben, und ob ich nichts Besseres zu tun habe: Doch, aber das findet nicht auf Ninjalooter.de statt, Dummkopf!

Beteilige dich an der Unterhaltung

38 Kommentare

  1. Hehe,

    schöner,fieser Frei Schnauze Bericht !

    Aber so ist das Internet und seine Möglichkeiten.
    Wobei natürlich der Mensch derjenige ist, der eben diese nutzt,gestaltet,verschandelt etc..
    Im Videospielejournalismus will natürlich jeder dem anderen das Brot vom Teller klauen.

    klick hier,klick da,und da und da da auch da da da da auch auch !=Moppen für die Kasse !

    Ist ja auch absolut in Ordnung,das man mit seiner „Berichterstattung“ Geld verdienen möchte.
    Aber Bitte mit gescheiter,kompetenter Berichterstattung.

    Hach,sind das Zeiten gewesen wo man seine Informationen zum Lieblingshobby,noch über die monatliche Printausgabe (Jaja nicht Happy Weekend)erhalten hat.

    ASM ,Amiga Joker,Power Play ,Video Games (Best EVER), oder mit viel Glück mal ne US Spielezeitung (Gamepro,EGM)vom Bahnhof .

  2. In meinen Augen ist der Begriff „Journalist“ sowie fehl am Platze. Die Spieleberichterstattung hat mit den eigentlichen, gesellschaftsbildenden Aufgaben des Journalismus herzlich wenig zu tun, auch wenn manche Althasen diesen Umstand ständig und immer wieder betonen.

    Es ist in der Essenz eine Berichterstattung über Konsumgüter, deren Macher, der dahintersteckenden Industrie. Man kann natürlich den einen oder anderen aufdeckenden Bericht über die Industrie dahinter bzw. Gerüchte über bestimmte Macher journalistisch aufarbeiten, aber dann stellt sich doch relativ schnell die Sinnfrage. Es geht hier nicht darum, dass man über zukunftsträchtige Abläufe hinter geschlossenen Türen finsterer Konzerne mutmaßt. Keiner der Spielefirmen verändert irgend etwas. Noch haben sie größeren politischen Einfluss, Lobbyisten oder ähnliches.

    Aus diesem Grund beschränkt sich die investigative Berichterstattung, der eigentlich journalistische Teil der Spielejournalisten, auf Klatsch und Tratsch. Das Computerspiel ist zwar in Teilen ebenso kulturbildend aber in den meisten Fällen doch einfach nur Unterhaltungsware und sollte auch als solche behandelt werden.

    Erst letztlich wurde wieder gewettert, dass Spiele-„Journalisten“ sich doch auf keinen Fall auf Branchenparties gut mit den Entwicklern und PR-Leuten verstehen dürfen. Dass sie doch eigentlich knallhart die Produkte auseinandernehmen sollen und den Entwicklern den brutalen Spiegel vorhalten. Es stand geschrieben, dass es die Aufgabe der Spieletester ist jeden Fehler klar herauszustellen. Wenn ich solche Hassreden lese frage ich mich, ob die Leute vergessen haben was Computerspiele eigentlich mal waren. Spiel, Spaß und Spannung, ohne Schokolade. Nicht mehr und nicht weniger. Unterhaltungssoftware.

    Aus diesem Grund ist auch eine trockene Analyse der „Fakten“ keinesfalls repräsentativ für den Zustand oder die Qualität eines Spiels. Brutale Analysen, unbarmherzige Aufarbeitung jeglicher Fehler sind eben keine sinnvolle Berichterstattung für die Konsumenten. Am Ende kommt es nämlich nur auf das Ergebnis unter dem Strich an. Ein Spiel ist mehr als die Summe seiner Einzelteile. Macht das Spiel Spaß oder nicht. Da diese Schlussfolgerung allerdings höchst subjektiv ist, sollten sich die Spieletester einfach nur entspannt zurücklehnen, möglichst unterhaltsam ihre Erfahrungen beim Spielen berichten und danach ihre eigene, persönliche Meinung (und so sollte die Formulierung auch klingen) zum Besten geben. Jeder Leser kann sich dann aus den Ausführungen selbst einen Reimen.

    Für eine Unterhaltungsindustrie (sowohl auf Seiten der Hersteller, als auch auf den Seiten der Berichterstatter) haben wir aber ganz schön den Spaß aus den Augen verloren.

    1. Ich glaube, dass man bei der Frage, in wie weit Videospielejournalismus überhaupt Journalismus ist, nicht in die Falle tappen darf, unter „richtigem“ Journalismus ausschließlich Investigativjournalismus zu verstehen. Unterhaltung ist Teil der Gesellschaft und als solcher meiner Meinung nach unbedingt auch Teil journalistischer Berichterstattung. Es stellt sich aber die Frage, wie man dieser für die Gesellschaft fraglos nützlichen Berichterstattung gerecht wird. Das viel größer Fass eben der Systemfrage wollte ich zumindest dieses mal noch gar nicht aufmachen. 😉

      Dinge zu erklären, korrekt einzuordnen und tatsächlich über etwas zu berichten, muss nicht zwangsläufig in einem tiefgreifendem Report gipfeln. Es kann salopp, einfach unterhaltend, informierend etc. sein. Es muss nicht immer die trockene Faktenwiedergabe sein. (Oh, ein ganz spannendes Thema!) Aber all die unterschiedlichen Formen und Möglichkeiten journalistischen Ausdrucks entbinden den Schreibenden letztendlich nicht von einer gewissen Sorgfaltspflicht, die über das Wochenende über alle Online-Portale hinweg unsäglich vernachlässigt wurde.
      Gerade im News-Gewerbe, dessen Teil ich selbst 1,5 Jahre war, wäre Unterhaltung sehr wohl angebracht, wenn dabei nicht allzu oft die Wahrheit/Fakten etc. auf der Strecke blieben. Was nützt es, die Leser zu Spekulationen aufzurufen, wenn die Lösung des vermeintlichen Geheimnisses schon längst bekannt ist?
      Warum zitiert man Unfug, ohne die Leser über den Unfug zu informieren? Ist das schon gesteuerte Desinformation?

      Es gibt so viele Darstellungsformen im Journalismus, in denen man sich als Journalist austoben kann. Für die man kreativ, unterhaltend und gewitzt sein muss. Die Nachricht als solche ist davon allerdings weitestgehend befreit. Und das hat auch einen Grund: Jeder Leser – egal wo auf der Welt – geht vom Wahrheitsgehalt einer Nachricht aus. Es dient also dem Leser.
      Meinung des Schreibers und Aufbereitung der Nachricht werden davon übrigens nicht beeinflusst. Beides kann auf die verschiedensten Weisen in eine Nachricht einfließen. Muss als solches aber auch immer dem Leser kenntlich gemacht werden.
      Wenn ich aber schreibe, dass wohl niemand damit gerechnet haben wird, dass Blizzard so schnell an einer fünften Erweiterung arbeitet und gleichzeitig die Leser zur Meinungsbekundung aufrufe und selbst anfange über eine mögliche sehr zeitige Veröffentlichung zu sinnieren, dann ist das in einer Nachricht schlicht fehl am Platz. Denn es vermittelt im Zuge des grundsätzlichen Wahrheitsgehaltes, dass tiefgreifendere Informationen vorliegen, die solch einen Schluss zulassen.

    2. Muss ich noch ergänzend hinzufügen, dass ich natürlich eine Sorgfaltspflicht voraussetze. Was die News angeht sollte man wie du schon gesagt hast die Tatsachen sprechen lassen und den Spaß in der Aufbereitung investieren. Man kann News auch unterhaltsam formulieren, würzen ohne gleich die BILD-Polemik in den Titel zu klopfen, wie es bei Gamestar und Konsorten inzwischen gang und gäbe ist.

      An dieser Stelle stimme ich also mit dir überein. Ich habe den Begriff Journalismus auch nur deswegen aufgegriffen, weil ich die letzten 6-9 Monate ständig davon gelesen habe, dass ja der Spielejournalismus investigativer und härter werden sollte. Das habe ich einfach nicht verstanden. Da haben eben solche Leute wie Jörg Langer oder Christian Schmidt die hohe Kunst des Journalismus auf ihre Fahnen geschrieben, nach härteren Artikeln, Hintergründen und der Analyse der Spieleindustrie als hohes Ziel verlangt.

      Natürlich besteht Journalismus aus mehr als nur der investigativen Komponente. Ich fand es nur verstörend mit welcher Verbissenheit da inzwischen manche Althasen an die Sache gehen und wünsche mir, dass man den Spaß am Spaß nicht aus den Augen verliert.

      Spaß != Gerüchteküche, Aufhetzen von Lesern, BILD-Polemik.
      Spaß == CynicalBrit, ZeroPunctuation usw.

    3. Journalisten dürfen sich durchaus mit Entwicklern und PR-Menschen gut verstehen. Nichts spricht dagegen, bei Branchenevents nahezu freundschaftlich miteinander zu schnacken. Aber die Aufgabe des Spielejournalisten ist es nicht, der Freund der Entwickler zu sein oder Männchen zu machen, nur damit es auch beim nächsten mal ein Leckerli (= Einladung, Informationen, …) gibt.

      Spielejournalisten dürfen kein Sprachrohr der Industrie sein, aber genau das sind sie in meinen Augen zusehends: Artikel gibt es nur noch zu Pressevents (Eigeninitiative, wo? Lieber noch ’ne Bildergalerie!), harte Kritik an Produkten gibt es gefühlt immer weniger, Leaks sind ohnehin böse (großer Unterschied zum „richtigen“ Journalismus), …

      Richtig, es sind Unterhaltungsprodukte, im weiteren Sinn auch Kulturprodukte. Aber selbst bei Fokus auf Ersteres, entbindet das die Spielejournalisten nicht davon, diese Produkte „auseinanderzunehmen“. Im Gegenteil: gerade wenn es ein Produkt ist, kann und sollte man es als solches bewerten. Nach welchen Kriterien und in welcher Form, steht wieder auf einem anderen Blatt. Bei Spielen als Kultur(produkt), sieht es nicht viel anders aus. Mehr Distanz zur Industrie, mehr Meinung und mehr Eigeninitiative, stände dem Stand des Spielejournalisten meiner Meinung nach deshalb ganz gut – auch ohne, dass ich das als eine „Hassrede“ formulieren müsste.

      Bei der Sorgfältigkeit kann ich euch nur beipflichten. Ich weiß auch nicht, ob man heute in den Redaktionen keine Telefone mehr hat oder es sich um eine Telephonphobie handelt. Aber selbst bei meinem nur mehrwöchigen Praktikum bei der Zeitung, habe ich schon gelernt, wie wichtig und effektiv dieses faszinierende Gerät ist: „Du weißt nicht wie man ihren Namen schreibt? Ruf an!“, „Du weißt nicht, welche Organisation dahinter steht? Ruf an!“, „Ich will Kaffee! Ruf a.. geh mal runter in die Küche!“.

    4. Also meiner Meinung nach kann man das Journalist in Spielejournalist schon so stehen lassen. Zumindest für mich ist ein Journalist jemand, der sich mit einer Sache beschäftigt, die Hintergründe recherchiert und dann in ansprechender Form zusammenfasst. Das machen auch Spielejournalisten. Ich merke zum Beispiel schon allein bei meinem Blog, dass ich hin und wieder eine Menge Hintergrundinformationen da rein packe die ich teilweise auch erst mal raus suchen muss. Ich habe da zwar jetzt keinen großen Anspruch an Glaubwürdigkeit und auch gar keine Lust das alles mit Quellen zu belegen (muss ich ja auch nicht^^) aber die „Arbeit“ die hinter einem guten Artikel zu einem Spiel steht würde ich nicht unterschätzen.

      Außerdem ist das Spielen des Spiels ja auch eine Art der Recherche. Ob ich mich nun durch 1.000 Seiten Quartalsberichte arbeite und dann was darüber schreibe oder ob ich ein Spiel spiele und dann meine Erfahrungen und Eindrücke ausarbeite erscheint mir da irgendwie nicht so verschieden. Klar kann man nun nach dem Sinn und Nutzen für die Gesellschaft fragen aber da würde ich auch einfach mal mit Angebot und Nachfrage kontern. So lange es Leute gibt die Informationen über Videospiele haben wollen ist auch der Spielejournalismus gerechtfertigt.

      In wie weit man Spiele objektiv bewerten kann steht auf einem anderen Blatt.

    5. In meinen Augen ist der Begriff “Journalist” sowie fehl am Platze. Die Spieleberichterstattung hat mit den eigentlichen, gesellschaftsbildenden Aufgaben des Journalismus herzlich wenig zu tun, auch wenn manche Althasen diesen Umstand ständig und immer wieder betonen.
      _____

      Der Begriff *Journalist* ist meistens Fehl am Platz. Eine größere Zeitung (mehrere 10.000 Abos) in meiner Region hatte eine wirklich heiße Story, bei der im Rathaus zahlreiche Köpfe gerollt wären. Haben sie aber nicht, weil sie sonst keine Informationen mehr vom Rathaus bekommen hätten. Stattdessen kamen Berichte über zugeflogene Enten.

      Und in der Spielebranche ist es genauso, wenn nicht jedes Spiel mehr oder weniger gelobt wird, wird die Mitarbeit aufgekündigt. Weswegen ich auch gar keine Zeitschriften mehr kaufe. Das hat den Informationswert des Quellekataloges, in dem auch jedes einzelne Teil toll war. Es geht nicht um Spiele, als geht darum, den Verkauf anzuheizen.

      Nachtrag:

      *Journalist* darf sich jeder Fuzzi nennen, da kein geschützter Beruf. Sobald man über Spiele schreibt, darf man sich Spielejournalist nennen.
      Volontäre machen eine Ausbildung zum Redakteur und das ist ein geschützter Beruf.

  3. Hier wird eine Sache vergessen:
    Es wird von Spiele-„Journalisten“ geschrieben, welche angeblich diese Newsmeldungen verfasst haben. Das ist aber so nicht ganz richtig. Da immer mehr (gutes) Personal in den Verlagen abgebaut wird, schreiben solche Meldungen hauptsächlich Praktikanten oder Typen, die frisch eingestellt wurden und nun meinen, echte Journalisten zu sein.
    Da braucht man sich über solche Meldungen nicht zu wundern und auch nicht drüber, warum nicht gründlicher recherchiert wurde – denn das hat dort keiner gelernt, weil: billige Arbeitskräfte, die schnell, schnell was zusammenschustern sollen.

    Außerdem spielt Gott Google eine wichtige Rolle. Keywords ist das… nunja Keyword eben. Man muss eine News heute ja so schreiben, dass Google sie „liest“ und der Artikel dann entsprechend bei einer Suche nach den Keywords ganz weit oben auftaucht, sodass auch schön viele Leute draufklicken. Das generiert Page Impressions und damit wird die Seite interessant für Werbung.
    Und hier orientiert man sich auch wieder an Google. „Wonach wird momentan viel gesucht? Aha, Witcher 2 ist ein beliebtes Thema. Was könnte man denn dazu machen? Oha, ein Countdown auf einer polnischen Seite. Wurscht, was da steht, wir stricken unsere eigene Theorie drum, das lockt die Leute auf unsere Seite und erspart uns die Recherche oder wie das heißt. Wir sind so guuuut!“
    Qualität ist vor allem im Bereich des Spiele-„Journalismus“ Mangelware geworden, weil man die guten Leute nicht mehr bezahlen will und es leider viel zu viele Honks gibt, die meinen, es sowieso besser zu können – für weniger Geld, keine Anerkennung, keinen Respekt und so…

    1. Bei den von mir herausgepickten Beiträgen dieses WEs waren tatsächlich gelernte Redakteure als Autoren angegeben.
      Wie der Markt für News-Autoren derzeit aussieht, ist aber ein ganz spannendes Thema. Da könnte man später mal eine nette Diskussionsrunde zu aufmachen.

    2. Der Insider weiß Bescheid… 😉
      Selbst wenn es von Praktikanten geschrieben wurde: Ich würde nicht immer pauschal Leute ohne Festanstellung verteufeln. Auch Praktikanten können Spitzen-Qualität abliefern, die Ninjas sind ja wohl das beste Beispiel *ggg*

      Und wo du wirklich leider Recht hast: Gott Google. Viele Webseiten vergessen halt, dass sie eigentlich mal für Menschen geschrieben haben, nun aber für den Google-Bot. Ich meiner antiquierten Welt surfen Menschen auf Webseiten, weil sie dort gerne lesen. Ich habe noch nie nach News via Google gesucht sondern habe meine 2 Dutzend Webseiten, die ich so abklappere und das wars.

  4. Ich war selbst mal in der unglücklichen Lage, News-„Autor“ zu sein. Bei mir sah das ungefähr so aus: Es *mussten* an einem Tag X Artikel ins Portal, egal wie und woher. Gerne auch bei anderen Seiten „orientieren“ und übersetzen. Wenn’s grad nix zu MMOs gibt, dann halt News über Counter Strike posten, Hauptsache Klicks. „Gesuchter Krimineller ist WoW-Spieler. Blizzard gibt Daten an Polizei weiter!“ Erst auf Befehl bei Kotaku geklaut, dann den Anschiss abkassiert, als Blizzard angerufen und sich beschwert hat.
    Und wehe, am Ende des Tages waren nicht genügend Postings auf der Seite! Da wurde einmal gemahnt, dann nochmal, dann bin ich die längste Zeit für die News zuständig gewesen.

    Ich kann nicht beurteilen, ob das auf der entsprechenden Seite immer noch so läuft, aber zu meiner Zeit war das so: Posten, posten und noch mehr posten! Wenn nicht relevant, dann wenigstens spektakulär. Dass überall heftigst geklaut und kaum noch recherchiert wird, überrascht mich darum wenig. Wenn tausend Leute darauf warten, deinen Job unter noch mehr Druck und für noch weniger Kohle zu erledigen, hinterfragst du irgendwann deinen eigenen Scheiß nicht mehr.
    Wobei ich selbst natürlich auch kein gelernter Redakteur bin und nicht beurteilen kann, unter welchen Bedingungen bekannte Schreiberlinge News verfassen.

    1. Dass überall heftigst geklaut und kaum noch recherchiert wird, überrascht mich darum wenig.

      ______

      Macht jeder, selbst FAZ, was rauskam als jemand bei von und zu Guttenberg jemand einen Vornamen bei Wikipedia hinzufügte und alle Zeitungen es abschrieben. In die hauseigene Bibilothek zu gehen und dort im Adelregister nachzuschlagen wäre ja Arbeit gewesen.

  5. Klar magst du mit deiner Aussage recht haben. Im Endeffekt sind doch trotzdem nur die Zahlen wichtig – vor allem wenn eine AG hinter den entsprechenden Webseiten steht. Und da kann man noch so journalistisch wertvolle Beiträge schreiben, wenn die Zahlen nicht stimmen, dann werden Stellen abgebaut bzw. das Budget gekürzt. Es ist traurig, aber die Realität sieht halt so aus. Kleine Artikel zu populären Spielen mit reißerischen Überschriften bringen halt leider oft mehr, als gut recherchierte Artikel zu spannenden Nischenthemen.

    Das News-Autoren schlecht bezahlt werden, (zumeist sowieso von unterbezahlten Praktikanten geschrieben) ist auch kein Geheimnis – da leidet die Motivation drunter und irgendwann schrubbt man halt die Sachen runter, die gut laufen, weil man Klicks generieren muss, um auf vorgegebene Zahlen zu kommen.

    Die ganze Klickhascherei kann man nicht gut finden – allerdings sehe ich nicht, wie es anders laufen könnte. Die Webseiten schwimmen auf den News-Wellen mit. Ist es nicht auf der eigenen Seite, dann gehen die Leser zur Konkurrenz. So einfach ist das. Und es läuft immer auf Gewinnmaximierung raus.

  6. Ganz ehrlich finde ich, dass bei diesen Diskussionen immer der falsche Punkt kritisiert wird. Das Verlage eine bestimmte Anzahl an PIs generieren müssen ist soweit jedem klar, wie das geschieht ist eigentlich auch kein Geheimnis, denn die BILD zeigt im Grunde doch ganz klar welche Art von „News“ beim Durchschnittsleser ankommt. Die interessanteste Frage an der Thematik ist doch eher wie es überhaupt soweit kommen konnte. Wenn man den Otto-Normal-User im Internet fragt, geht dieser davon aus, dass große Webseiten von Zeitschriften Unsummen durch Werbung verdienen. Ach? Im Zeitalter der AdBlocker halte ich das für ein Gerücht. Das goldene Zeitalter der Internet-Werbung ist vorbei. Und genau hier liegt doch das Hauptproblem. In Zeiten ohne AdBlocker konnte man noch gutes Geld mit Werbung auf der Homepage verdienen und man hatte kein großes Problem damit guten Inhalt dem User kostenfrei zur Verfügung zu stellen. Der User möchte heute alles umsonst, schließlich ist er ja im Internet und dort sollen alle Informationen frei verfügbar sein. Aha … interessante Theorie. Vielleicht kann ich Vermieter, Versicherung, Rentenkasse, usw. usw. usw. auch davon überzeugen mir ihre Dienste in Zukunft doch bitte kostenfrei zur Verfügung zu stellen. Das funktioniert einfach nicht. Wenn man qualitativ hochwertigen Inhalt möchte erfordert es qualifizierte Mitarbeiter die diesen erstellen. Die fallen weder vom Baum noch können sie von Luft und Liebe leben!

    Der wahre Grund wieso der Inhalt auf großen Webseiten immer schlechter wird ist – so leid es mir tut – der User selbst. Jeder sieht kostenlosen Inhalt als etwas selbstverständliches und erwartet, dass Verlage ihm Artikel kostenfrei zur Verfügung stellen. Kaum einer stellt sich die Frage mit welchem Geld die Mitarbeiter bezahlt werden sollen, denn dank AdBlocker, den gut 80-90% der User nutzen, sind die Werbeeinnahmen mittlerweile bei einem Rekordtief im Internet angelangt.

    1. Und genau deshalb werden sich für die anspruchsvollere Leser in Zukunft Bezahlmodelle für Websiten mit redaktionellen Inhalt etablieren – davon bin ich überzeugt. Für digitale Printausgabe u.ä. gibt es das ja schon auf inzwischen recht breiter Basis. Ich glaube, es gibt inzwischen einfach doch recht viele Leute (nicht die Masse), die mit dem Niveau mancher „Journalisten-Seiten“ unzufrieden sind.

      Ich bin auf jeden Fall bereit, dafür zu zahlen (AdBlocker habe ich ohnehin nicht aktiviert, das sollte das Mindeste sein). Ist halt nur die Frage, wie man das für sich selbst regeln möchte, wenn man mehrere Angebote nutzen will. Ein Premium-Account auf mehreren Seiten könnte dann dich zu sehr am Geldbeutel kratzen.

    2. Ich hab auch gar nichts gegen ein oder zwei Werbebanner auf einer Webseite oder ab und zu mal ein Popup. Wenn ein Portal dann aber zu 50% aus Werbung besteht, die blinkt, sich bewegt und Krach macht und mich mit aller Gewalt vom Artikel ablenken will, der im Briefmarkenformat zwischen all der Werbung versteckt ist, vergeht mir irgendwann die Lust. Und am besten läuft vor jedem Gameplay-Video gleich auch noch mal ein Werbespot. Und beim Klick auf jeden Link noch mal ne Fullscreen-Werbeeinblendung. Und bei so einer Scheiße muss man sich auch nicht wundern, wenn der böse User irgendwann die Schnauze voll hat und den Mist blockiert.

    3. Natürlich arbeiten Journalisten im Auftrag der Verlage. Natürlich wollen die Rendite. Aber es obliegt noch immer dem Journalisten, mit seinem Namen für seine Texte zu stehen. Das hat mit dem Verlag nichts zu tun. Wenn der Journalist der Meinung ist, schlechtere Leistung für geringeren Preis zu bieten, dann liegt diese Entscheidung noch immer bei ihm. Das mag zynisch klingen, aber jeder Mensch hat die Wahl.

      Deswegen sind auch alle Journalisten, die für den Springer-Verlag schreiben, menschlich abartig. Denn sie unterstützen damit die Politik des Verlages.
      Im Fall der Videospielejournalisten würde ich ganz und gar nicht so weit gehen, da sie keine Grund- und Persönlichkeitsrechte missachten. Aber dennoch ist es der Journalist, der am Ende des Tages die Artikel abliefert, die er abliefert.

      Als Freier Autor kotze ich regelmäßig über die Erwartungshaltung, für wie wenig Geld man wie viel Zeit in einen Titel stecken soll. Aber ich habe für mich den Anspruch, dass ich gute Arbeit abliefern will. Und wenn dafür derzeit eine Menge Freizeit draufgeht, dann ist das eben so. Noch kann ich das vor mir und meinem Privatleben verantworten. Die Alternative, weniger zu recherchieren/spielen/nachzuschauen, gibt es für mich nicht.

      Was die Online-Werbung angeht, liegst du mit deinen Zahlen übrigens weit daneben. Die liegen eher bei 20-50 Prozent – je nach Seite und Publikum. Natürlich ist dieser Anteil der Adblocker etc. immer noch beträchtlich. Und ich würde jeden Internetnutzer darum bitten, Adblock etc. auf Seiten zu deaktivieren, die er regelmäßig besucht oder auf denen er einen guten Artikel gelesen hat – nicht nur auf ausgewählten „hier befriedige ich mein Gewissen und rechtfertige meinen regelmäßigen Konsum anderer Seiten, auf den ich Adblock aktiviert habe“-Seiten. Und auch dazu gäbe es eine vortreffliche Diskussion, in wie weit Adblocker und die Überwerbung der Seiten sich gegenseitig bedingt haben.

      Entgegen deiner These steigen die Zahlen (also die belegten Werbeauslieferungen) anderer Online-Plattformen (nicht nur im Videospielebereich) in den letzten Jahren kontinuierlich. Und trotz dieser Steigerungen, die teils über fragwürdige Methoden erreicht werden, sinkt die Qualität auf Kosten der Quantität.

      Um den Kreis noch einmal zu schließen: All diese schlechte Entwicklung darf kein Argument dafür sein, den Nutzen, den ein Journalist für die Gesellschaft hat, nämlich zu informieren, zu filtern, zu hinterfragen und zu unterhalten, beiseite zu schieben. Denn dann haben wir solch eine Flut an Bullshit-News wie am vergangenen Wochenende.

      In eigener Sache: Wir versuchen derzeit rein zur Kostendeckung der Servermiete mit den wenigen statischen Werbeblöcken, die wir haben auszukommen. Overlay-Werbung, Sound-Bla, Gold-Selling und diese seitlich einfahrenden Blöcke wird es hier nicht geben, auch in Zukunft nicht. (Sollte Gold-Selling-Werbung etc. bei euch angezeigt werden, dann schreibt mir bitte direkt den Seitennamen an benny@ninjalooter.de, wir lassen das dann umgehend sperren.)

    4. Deswegen sind auch alle Journalisten, die für den Springer-Verlag schreiben, menschlich abartig. Denn sie unterstützen damit die Politik des Verlages.
      _____

      Solche Pauschalaussagen sind strunzdumm, sry.

      1.) Müssest du für diese Aussage ALLE kennen und
      2.) Ist es für Journalisten extrem schwierig, auch nur eine freie Mitarbeit zu bekommen, geschweige denn eine Festanstellung. Der Markt ist nicht übersättigt, der läuft über.

    5. Ich stückele die Antworten jetzt mal nicht.
      Warum man als Springer-Mitarbeiter abartig ist? Weil man für einen Konzern arbeitet, dessen Kerngeschäft es ist, die Menschenwürde und Persönlichkeitsrechte einzelner mit den Füßen zu treten. Dazu kommen Verleumdungen (die immer nur mit einer Rüge enden) und bewusste Falschmeldungen. Das ist ein abartiges Geschäft. Und nur, weil man vielleicht keinen anderen Job abbekommt, rechtfertigt es noch lange nicht eine solche Tätigkeit. Dafür muss man die einzelnen Mitarbeiter nicht kennen. Die Ausweglosigkeit ist eben nur eine scheinbare. Und würde man mit solch einer Argumentation alles rechtfertigen können, lebten wir in einer sehr traurigen Welt.

      Der Springer-Verlag ist auf einer ganz anderen Ebene als diese hier herausgesuchten Beispiele. Die drei Verlage, für die ich schreibe, sind nicht verachtenswert. Dort werden Entscheidungen getroffen, die ich nicht gut finde. Teilweise gab das auch schon Konsequenzen für mich, aber sie treten wenigstens niemanden (intern oder extern) mit den Füßen. Wie gesagt: Multimedia-Verlage kann und sollte man nicht mit dem vergleichen, was der Hetzverlag macht. Deswegen sind die Redakteure, deren Namen ich nicht im Artikel erwähnt habe (man lernt ja aus Leserkritik vorangegangener Artikel), auch nicht abartig. Sie sollten sich vielleicht nur darüber Gedanken machen, für wen und was sie da eigentlich schreiben.

      Dass das Internet größtenteils aus Schwachsinn besteht, wage ich zu bezweifeln. Die Informationsdichte ist dafür, dass hier jeder machen kann, was er möchte, herausragend gut. Das gilt übrigens auch für einen nicht unerheblichen Teil der Verlagsangebote (falls hier jemand dachte, der Artikel sollte ein Verlagsbashing sein). Nur gibt es eben die unrühmlichen Ausnahmen, weswegen ich eben eingangs schrieb, dass hier gar nicht das ganze System infrage gestellt werden soll.

      Videospiele sind weltbewegend. Das muss man nicht nur als Videospieler so sehen. Es beschäftigt Millionen von Menschen in einer modernen Zeit, die weit mehr als Arbeit-Familie-Schlaf ist. Freizeitgestaltung ist das Thema des 20. und 21. Jahrhunderts. Entsprechend umfangreich ist auch die Berichterstattung, die wir tagtäglich erleben.

      Dass Spiegel Online, Zeit, Welt Online, FAZ Online, Süddeutsche etc. ebenfalls auf unseriöse, klickorientierte Berichterstattung mit möglichst wenig Eigenrecherche setzen, macht die Sache nicht besser.

    6. @Springer

      Ideale kann man sich leisten, wenn man einen vollen Bauch hat und / oder keine Familie. Aber wir leben nun einmal nicht in einer idealen Welt, in der sich jeder aussuchen kann, wer die täglichen Brötchen und die Miete bezahlt.

      Ganz davon abgesehen: Weil deine Ideale von dir als richtig angesehen werden, muss dies nicht den Rest der Leute / der Journalisten ebenfalls gelten. Auch die Springerpresse hat im Land der (vermeintlichen) Meinungsfreiheit ihr Existenzrecht.

      ________

      Videospiele sind weltbewegend. Das muss man nicht nur als Videospieler so sehen. Es beschäftigt Millionen von Menschen in einer modernen Zeit, die weit mehr als Arbeit-Familie-Schlaf ist. Freizeitgestaltung ist das Thema des 20. und 21. Jahrhunderts. Entsprechend umfangreich ist auch die Berichterstattung, die wir tagtäglich erleben.

      – Nach dieser Logik ist der Tatort, Inspector Barnaby und Kollegen ebenfalls weltbewegend. Nein, sind sie nicht, genauso wenig wie Computerspiele.
      Und nicht alle verbringen ihre Freizeit am Computer, sondern setzen auf Qualität in der Freizeitgestaltung. Ich habe 5 Monate lang im Monat vielleicht 30 Minuten gespielt und nichts vermisst. Kein Computerspiel hat bis jetzt gesellschaftlich etwas bewirkt, kommentiert oder begleitet oder gar ausgelöst; die Massen erreicht man ohnehin nur mit verdummenden Spielen wie WoW oder irgendwelche Shooter.

      *Weltbewegend* ist die Griechenland – Krise und nicht die Freizeitbeschäftigung von ein paar degenerierten Wohlstandskindern. Oder höchstens insofern, als das WoW & Co. das erfolgreicheste Verdummungsprogramm seit MTV sind.

    7. Wer laufend gegen geltendes Recht verstößt, hat eben kein Existenzrecht (Existenz in diesem Zusammenhang bitte als öffentliche Aufmerksamkeit sehen). Das Problem an der Springerpresse ist, dass es eben nicht diejenigen trifft, die gegen die Menschenwürde verstoßen: die Journalisten. Sondern von einer anonymen Rechtsabteilung mit lächerlichen Zahlungen beiseite geschoben wird. Hier funktioniert die Obachtspflicht des Staates nicht korrekt. Das hat nichts mit Meinungsfreiheit zu tun, was dort immer wieder (nicht ausschließlich) geschrieben wird. Und wer daran beteiligt ist, unterstützt automatisch dieses Gebaren. Das sind übrigens keine persönlichen Ideale, das steht so im Grundgesetz.

      Dass man ohne Videospiele sehr gut leben kann, ist nicht zu bestreiten. Was die Definition von „weltbewegend“ angeht, sollte man sich vielleicht vorher darüber Gedanken machen, was diese Welt auszeichnet (ist damit der Planet gemeint, das Ökosystem, Fauna/Flora oder vielleicht Staaten, Gemeinden, Gesellschaft allgemein?). Bewegend sind im übrigen nicht nur Krisen. Das wäre sehr tragisch.

      Dieser komische Sprung aus außergewöhnlicher Höhe war ganz offensichtlich weltbewegend, obwohl damit kein politisches Statement verbunden war. Sportveranstaltungen sind mMn weltbewegend, weil es die Gesellschaft bewegt. Wer „weltbewegend“ auf Politik einengt, der spricht vielen Journalisten die Daseinsberechtigung ab. Und damit implizit auch einem sehr großen Teil unseres Lebens, das eben nicht ausschließlich von Politik, Arbeit und Schlaf bestimmt wird.

      Aber ganz offensichtlich wolltest du ohnehin nur ein wenig beleidigen, wenn du Videospiele ausschließlich bei „ein paar degenerierten Wohlstandskindern“ siehst, die einem „Verdummungsprogramm“ verfallen sind.

      Man mag es kaum glauben, aber selbst von der Existenz bedrohte Menschen in Krisengebieten (Krieg, Hungersnöte etc.) finden Gefallen an Spielen, bereichern ihr Leben mit Unterhaltung unterschiedlichster Art. Denn Leben ist mehr als der bloße Überlebenskampf. Natürlich nimmt die Unterhaltung dort einen ganz anderen, gegenüber unserer westlichen Welt extrem reduzierten Stellenwert ein. Aber sie existiert und bereichert diese Menschen. Frag diese Milliarden einfach mal, für wie „weltbewegend“ sie die „Griechenlandkrise“ (ohnehin ein stark verzerrender Begriff) halten. Dein Konstrukt dieses Universalen würde in Sekundenbruchteilen zusammenbrechen.

      Andererseits stimme ich dir abschließend doch zu: Lasst uns Bücher, Freizeitgestaltung, Sportler, Musiker und Unterhaltungskünstler etc. verbrennen. Die tragen nämlich gar nichts zu unserem Menschsein bei. Denkt denn hier niemand an die Kinder?

      Aber ich glaube, wir überhöhen hier (ganz absichtlich und zwar jeder) allgemein das Thema, das sich im Kern darauf berief, korrekte Berichterstattung einzufordern. Und zwar in jedem Bereich. 😉

    8. Ist mir schleiherhaft wie man Mitarbeiter und Existenz eines ultrakonservativen Hetzblattes verteidigen kann, das schon tausende Rufmorde begangen, Existenzen vernichtet, gegen ganze Nationen (Griechenland, Spanien) aufgehetzt hat, und gleichzeitig die Verdummung durch Videospiele, in diesem Fall insbesondere WoW anprangert.

      So viel Verdummung können alle MMO’s dieser Welt nicht anrichten wie Bild sie tagaus, tagein verbreitet, mal abgesehen davon, dass ich dir eine ganze Liste von politisch interessierten und keineswegs auf Stammtisch-Niveau diskutierenden „degenerierten Wohlstandskindern“ die „verdummende Spiele wie WoW und Shooter“ spielen, was man denke ich von vielen Lesern die sich ausschließlich über Bild informieren nicht behaupten kann.

      Gegen Hartz-IV Empfänger, kriminelle Ausländer,linke Politiker hetzen, sie durch den Kakao ziehen und terrorisieren, und das ganze dann mit der Berufung auf freie Meinungsäußerung verteidigen erinnert doch sehr an die typische Argumentationsweise von Neonazis:
      Sich auf demokratische Grundsätze berufen, aber diese gleichzeitig mit Füßen treten.

      Zum Thema: „Ideale kann man sich nur leisten wenn man einen vollen Bauch hat.“

      Mein Gott, man muss doch mal die Relation sehen bevor man mit einer solchen Herz-Jesu Polemik ankommt:

      Wenn in Afghanistan ein Mann und seine Familie nix zu fressen haben kann ich nachvollziehen warum er Opium anbaut, ich heiße es nicht gut aber ich kann es nachvollziehen.
      Aber wenn mir in der BRD-GmbH jemand sagt, er MÜSSE für einen Verlag arbeiten dessen ganzes Treiben er nicht für gut heißt, dann ist seine Glaubwürdigkeit gleich Null.

      Es gibt hier zwar einen boomenden Niedriglohn-Sektor und den werden wir bekämpfen und HartzIV ist dringend sanierungsbedürftig, allerdings kann mir hier keiner erzählen er wäre gezwungen sich für ein Hetzblatt zu prostituieren, da er sonst nix zu Beißen bekommt.

    9. Benny, ich hoffe sehr, dass sich dein extrem eingeschränktes Weltbild (berufsbedingt) noch erweitert.
      Wenn ich schreiben würde, dass alle Juden *menschlich abartig* wären, wäre das Geheule zu Recht groß. Das einzig Abartige ist das, was du hier absonderst und die Ideologie und Idiotie, die du hier vertrittst. Du wirfst anderen Hetze vor und machst auf niedrigstmöglichen Niveau das Gleiche.
      Ich für meinen Teil kann mit der Existenz der *Bild* genauso leben, wie mit der Existenz komunistischer Blätter. Jeder, wie er will.

      Ich bin draußen, wieder ein Narr, der seine Narrerein nicht selbst bemerkt.

      Und meinetwegen halte Computerspiele, Fußball-Tuniere und ähnliches für *weltbewegend*, vielleicht ist das in deiner kleinen Welt auch der Fall, meinen Segen hast du. Aber für mich sind diese Dinge kein Fingerschnippen wert (und für meine Umwelt auch nicht).

    10. Nun gut. Dir scheint nun noch viel weniger an einer Argumentation gelegen zu sein. Auf die Beleidigungen werde ich einfach nicht eingehen. Aber: Wer die Rechte anderer mit Füßen tritt, ist es nicht wert, öffentlich beachtet zu werden. Das ist verdammenswert; gesellschaftlich, menschlich, von Gesetz wegen. Dein bemühter Vergleich hinkt also gewaltig, da das Verdammenswerte als Kondition fehlt.

      Mit deinem letzten Satz hast du zumindest das Problem des Wortes „weltbewegend“ im Diskurs formuliert: Für dich ist es nicht (mehr) weltbewegend, für Millionen andere schon. Das trifft übrigens auf jedes Ereignis auf der Welt zu: Für einen Teil der Menschheit sind sie weltbewegend, für einen anderen, oftmals viel größeren Teil, nicht. Ein Großteil der Nachrichten „echter“ Journalisten ist für den Großteil der Menschheit nicht weltbewegend, wenn man nach dem Kriterium: Aber es muss doch alle Menschen betreffen, urteilen würde. Dadurch werden sie aber noch lange nicht bedeutungslos.

      Ist ein Sportjournalist kein Journalist, weil er nur über Sport berichtet? Wie schaut es mit dem Kulturteil aus? Feuilleton? Lokales? Alles nicht „weltbewegend“? Warum existieren diese Ressorts dann überhaupt? Videospiele aus der gesellschaftlichen Relevanz auszuklammern, ist ebenso fehlgeleitet wie vor einigen Jahrzehnten noch Filme auszugrenzen. Davor war es die Musik, davor Literatur und fiktionale Welten etc. Die Entwicklung der Menschheit ist geprägt vom missglückten Ausschlussversuch des gesellschaflich relevant Werdenden. Und bitte, den Einfluss – und damit die Relevanz – von Videospielen und der Internetkultur allgemein auf unsere Gesellschaft haben vor Jahren noch nicht einmal meine 70-jährigen Professoren verneint.

    11. Nun gut. Dir scheint nun noch viel weniger an einer Argumentation gelegen zu sein.

      – Ich habe lediglich eingesehen, dass dir deine menschenverachtenden Aussagen nicht bewusst bist und dass du dir auch gar nicht darüber bewusst werden möchtest.. Du siehst vielleicht auf irgendwelche Neonazis runter, aber der Kern deines Denkens ist genau der Gleiche wie der ihre. Du siehst auf *Hetzer* der Springer – Presse runter und hetzt auf Nazi-Niveau, denn spätestens der Satz *Alle Juden (Springer-Journalisten) sind menschlich abartig* entlarvt dich. (Das funktioniert immer, setzte *Juden* anstelle eines beliebigen Begriffes ein und man entlarvt den Sprecher / Schreiber)

      Ich handle eigentlich nach dem Motto *Wehret den Anfängen* und deine Denke ist der Anfang. Aber leider ist bei dir Hopfen und Malz verloren, ich habe anderes zu tun, als es dir zu bringen. Ich für meinen Teil genieße es jedenfalls, in einem Land mit einer pluralistischen Medienlandschaft zu leben, wenn du dies abartig findest, ist das dein Problem.

    12. Dieser Vergleich ist so unendlich dumm. Man kann diese Begriffe eben nicht einfach austauschen. Gäbe es eine Religionsgemeinschaft, die gemeinschaftlich und offen gegen unseren Wertekanon verstieße, um davon finanziell zu profitieren,- und die gibt es nicht unter unseren Weltreligionen – wäre es angebracht. Das trifft beispielsweise auf bestimmte Extremismusgruppen zu. Und diejenigen, die diese aktiv unterstützen, egal aus welchem Grund, sind abartig. Ja.
      Und nein, man kann Gruppen nicht einfach austauschen, wenn die Konditionen (hier: profitorientierte Missachtung der grundlegenden Rechte unserer Gesellschaft; Gerichtsurteile dazu gibt es zu genüge) nicht bei beiden Gruppe zutreffen.

      Entgegen deiner Behauptung, ich hätte eine sehr eingeschränktes Weltbild, geht es eben darum, den kategorischen Ausschluss eines Bereiches, der immer mehr Auswirkungen auf immer mehr Menschen in immer mehr Gesellschaften hat, nicht hinzunehmen. Es geht darum, den Begriff „weltbewegend“ um eine Facette zu erweitern, wie es unsere Gesellschaft in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder gemacht hat und noch heute macht.
      Es geht darum, dem Begriff gerecht zu werden. Dabei geht die Bedeutung der bisherigen Bereiche übrigens nicht verloren. Es geht darum, eben nicht die eigene Meinung (Was ist für mich relevant?) über alles zu stellen, sondern die Meinung parallel existieren zu lassen. Und das nicht willkürlich, sondern mit dem Blick darauf, wie unsere Gesellschaft daran wächst.

      Die Entwicklung des Fordismus zu Beginn des 20. Jahrhunderts hat unsere Gesellschaft komplett auf den Kopf gestellt. Es entwickelte sich eine Konsum- und Freizeitindustrie (fernab dessen, was wir im „Normalen“ mit dem Fordismus verbinden, nämlich die Industrialisierung und Fertigungsoptimierung), die zuvor schlicht nicht existierte. Es wurde Freizeit und Familienzeit geschaffen, Geldwert an eine neue Gruppe von Menschen gegeben, wodurch „der Konsument“ erst entstand. Die Auswirkung auf die Gesellschaft waren enorm und sind es noch heute: Und zwar aufgrund von Belanglosigkeiten wie Freizeitgestaltung und Bereicherung des Lebens durch Unterhaltung. Deren Stellenwert in unserer Gesellschaft ist nicht wegzudenken. Und dennoch schaffen wir es immer wieder, diesem maßgeblichen Teil unseres Lebens die Bedeutung abzusprechen. Das ist verrückt.

      Das, was wir als gegeben, billig und allgegenwärtig ansehen, ist eine moderne Errungenschaft, die eine bekannte, als gegeben angesehene Gesellschaft in kürzester Zeit vollständig umgekrempelt hat. Das spiegelt sich auch in der medialen Betrachtung wider. Und ein Teil der Betrachtung wurde erst durch Medien geschaffen und damit „weltbewegend“ gemacht. Medien schaffen immer eigene Realitäten, das gilt für den „echten“ Journalismus wie auch jeden Fachjournalismus. Die Mechanismen und Aufgaben sind die gleichen. Niemand stellt die Realität dar, sondern immer nur ein Konstrukt, ein mögliches Abbild der Realität. Erst durch dieses Abbild wird die Medialität, das „Weltbewegende“ erschaffen. (Vgl. Foucaults Diskursanalyse) Und dieses „Weltbewegende“ variiert für jedes Individuum, ohne dass dadurch die Bedeutung des anderen verlorenginge.

      Ich plädiere seit meinem ersten Kommentar dafür, „weltbewegend“ im journalistischen Verständnis als das zu sehen, was einen Teil unsere Gesellschaft tatsächlich interessiert und die Messlatte nicht immer noch ein Stückchen höher zu hängen, nur des Ausschließens wegen. Damit wird man dem Begriff und dessen Bedeutung für unsere Gesellschaft nicht gerecht.

    13. Du erkennst die Zusammenhänge einfach nicht Seelchen, stattdessen versteifst du dich in Details und stellst einen Vergleich auf wie er wirklich dämlicher nicht sein könnte.

      Deinem Blog entnehme ich, dass du z.B. die nennen wir sie mal ernüchternde Situation europäischer Automobilhersteller als weltbewegend erachtest.

      In dieser Hinsicht kann man dir auch recht geben, für UNS ist das „weltbewegend“,
      für den Warlord in Kandahar schon weniger.

      Nur, wenn wir dieser Logik folgen, tauschen wir doch z.B. mal die Situation europäischen Autohersteller mit der Spielebranche aus.
      Was meinst du was in unserer „westlichen Welt“ los wäre würde die Unterhaltungselektronik-Branche zusammenbrechen?
      Warscheinlich würde es nicht die selben Ausmaße annehmen wie bei den Automobilen, aber es würde in die selbe Richtung gehen und Du würdest es auf deinem Blog als „weltbewegend“ bezeichnen.

      In deiner Definition des weltbewegenden fährst du dich auf den einzelnen Spieler der vorm Monitor sitzt fest, natürlich ist der Einzelne nicht weltbewegend, ebenso wenig weltbewegend ist es ob der Nachbar jetzt Opel oder Kia oder Peugot fährt.

      Nur um den Einzelnen geht es hier eben nicht es geht um das große System dahinter.
      Die Videospiele-Industrie ist mittlerweile gigantisch, Videospiele ein Teil unserer Gesellschaft, ebenso wie Autos.
      Natürlich braucht man sie nicht um zu leben, erst recht nicht um glücklich zu sein, ganz und gar nicht, das behauptet hier auch keiner.

      Zum Thema Bild:

      Es war von Benny vielleicht etwas zu radikal jeden Menschen bei Springer gleich als abartig zu bezeichnen, allerdings kann ich den ungefähren Standpunkt nachfühlen.

      Die Bild-Zeitung ist eben keine Bereicherung für die pluralistische Medienlandschaft da sie gegen jedwede Regel für eine solche verstößt.
      Vielleicht erinnerst du dich noch an einen gewissen Mordfall bei der die Bild den Mob solange aufhetzte, bis dieser vor der Polizeistation auftauchte und den mutmaßlichen Täter lynchen wollte.
      Und wie sich rausstellte, war er unschuldig.

      Das ist Bild!
      Das ist fröhliches Hexenverbrennen aus dem Mittelalter, kein 21. Jahrhundert!
      Und jeder der diesem Verein beitritt, denn in den Springer-Verlag wird man nicht hineingeboren, trägt Mitverantworung für soetwas!

      Zum Schluss:

      Was soll dieser Satz: „Das funktioniert immer, setzte *Juden* anstelle eines beliebigen Begriffes ein und man entlarvt den Sprecher / Schreiber“ ?

      Nach dieser Logik wäre also:
      „Mörder sind abscheuliche Verbrecher.“ wird zu
      „Juden sind abscheuliche Verbrecher.“ ?????

      Wie hirntot muss man sein um SO einen Satz zu schreiben?

    14. „Das funktioniert immer, setzte *Juden* anstelle eines beliebigen Begriffes ein und man entlarvt den Sprecher / Schreiber“

      Wenn ich danach mal deine Beiträge bearbeite:

      „Aber für mich sind diese *Juden* kein Fingerschnippen wert (und für meine Umwelt auch nicht).“
      „Solche *Juden* sind strunzdumm, sry.“

      Ernsthaft?

      Davon abgesehen: Natürlich kann man sowohl ohne Videospiele, als auch mit der Existenz der Springer-Presse leben. Das Problem bei letzterer ist jedoch die enorme Macht, die in öffentlicher Aufmerksamkeit dieser Größenordnung liegt. Wenn diese Macht nun im großen Stil verwendet wird um auf Kosten anderer, mehr Aufmerksamkeit und damit Macht für sich zu generieren, dann ist das mMn durchaus besorgniserregend. Leute die am Vorantreiben dieses Prozesses freiwillig teilhaben (Denn Redakteur dürfte kein Beruf sein, den Leute aus Perspektivlosigkeit ergreifen), sind wohl kaum Heilige. Ob tatsächlich jeder Mitarbeiter des Springer-Verlags abartig ist, vermag ich nicht festzustellen, Lügen strafen, kann ich Benny jedoch auch nicht.

    15. Ach Cala und sein Rudelverhalten. Den anderen Mist habe ich mir gar nicht erst durchgelesen.
      Aber du hast Recht, es ist es nicht wert, sich mit einem Haufen Idioten, die strunzdumme Aussagen wie * Alle Springer – Journalisten sind menschlich abartig* nicht als solche zu erkennen können, zu beschäftigen.

      Bye, ihr seit die Energie zum Tippen nicht wert. Spielt weiter euer WoW, GW2 und haltet dies für wichtig.

    16. Es ist sicher kein großer beiderseitiger Verlust, aber ich werde die Seite hier nicht mehr aufrufen.

      Ich möchte nicht einmal virtuell mit Menschen zu tun haben, die ganze Personengruppen / einzelne Menschen als *menschlich abartig* betiteteln und wo dieses Beifall findet.
      Wenn ihr mit dem Buffed- / WoWszene – Lesen fertig seid, dann wirft mal einen Blick auf §1 GG. Und tut nicht das, was ihr der Bild vorwerft, nämlich gegen Menschen und Personengruppen hetzen. Wenn euch der allgemeine Anstand und intelligentes Denken schon nicht überzeugen, dann vielleicht wenigstens unsere Verfassung.

  7. Kurzgefasst: Es geht darum Klicks zu generiere und somit die geschaltete Werbung so oft wie möglich anzeigen zu lassen. Gerade bei den großen Portalen kann man sehr gut beobachten – eine Überschrift die wirklich dazu einläd zu klicken. Liest man den artikel gibts zwei weitere Absätze mit belanglosem Gewäsch. So isses leider. Deshalb greif ich doch gerne ab und an weiterhin auf Printmedien, selbst wenn diese nicht so schnell wie das Internet sind, dafür aber inhaltlich wertvoller.

  8. 90% des Internets bestehen aus mehr oder weniger großen Schwachsinn (eigene Blogs nicht ausgenommen). Warum sollen Spielemagazine – die sich von Natur aus nicht mit weltbewegenden Themen beschäftigen – eine Ausnahme darstellen?

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.