Vorsicht, Hype: EverQuest Next angekündigt

von 3. August 2013 um 08:37 7
Vorsicht, Hype: EverQuest Next angekündigt

Everquest_Next_3Tja, da lässt Sony den Kerraner-Löwen aus dem Sack und der Ork ist aus dem Häuschen. Mit EverQuest Next erwartet den geneigten MMO-Zocker nicht weniger als eine Revolution des Genres und eine ganze neue Erfahrung beim Spielen. Mal wieder. Zugegeben, die Präsentation am Abend des zweiten August war sehr anständig und sorgte durchaus für Überraschungen und offene Münder. 

EverQuest Next soll ein Sandbox-Spiel werden. Um das angemessenen zu untermalen heuerte Sony den Sandmaler Joe Castillo an, der einige Minuten lang recht beeindruckend Szenen aus der Geschichte von EverQuest in Sand malte. Anschließend gab es eine Menge Details und Szenen zum Spiel zu bestaunen. Zunächst Stil und Technik. EverQuest Next baut auf zeitlose Comic-Grafik, die vom Stil her Erinnerungen irgendwo zwischen World of Warcraft, Wildstar und He-Man wachruft. Die Grafik-Engine basiert auf einer modifizierten Version derer von Planetside 2 und setzt voll auf Voxel, also kleine Klötzchen, die ja schon bei Minecraft für soviel Freude sorgen. Doch nun müssen alle Minecraft-Fans ganz stark sein: Bei Sonys Sandbox-MMO kann man die Ecken abrunden! Wer übrigens das Geschreibsel nicht lesen mag, kann sich auch einfach die ganze Präsentation anschauen.

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Vier Heilige Grale

Bei EverQuest Next – was übrigens ein Free2play-Titel wird – setzt Sony auf vier Eckpunkte, die man „Heilige Grale“ nannte. Gut, dass es von dem legendären Trinkgefäß gleich mehrere gab, war uns neu und was passiert eigentlich, wenn man aus vieren davon trinkt? Wurscht, denn unsterblich machen uns die EverQuest-Next-Features sicher nicht. Nummero Uno wird das Klassensystem: Multiclassing ist hier das Stichwort. Aus acht Anfangsklassen wählt man zunächst eine, die mit einem Satz Fähigkeiten und benutzbaren Waffen daherkommt. Hallo, aufwachen, jetzt kommt was Spannendes: Beim Spielen entdeckt man in der Spielwelt viele weitere Klassen, über 40 soll es davon geben. All diese mixt man munter zusammen, um sich den eigenen Wunschheroen zu basteln. Zaubernden Nahkampf-Krieger-Schurken mit Pfeil, Bogen, Dolch, Axt und dämonischem Begleit-Pet scheint also nichts im Wege zu stehen. An dieser Stelle wünschen wir Sony viel Spaß beim Balancing. Auch die Waffen sollen Eure Klasse definieren – als Beispiel nahm man den Krieger, der mit Hellebarde Flächenschaden raushaut – wechselt der auf ein Langschwert, wird’s zielgerichteter. Ja, klingt wie Guild Wars 2, wo das ja auch schon gut funktioniert hat. Große Worte von Sony, doch da war der Applaus im Saal noch verhalten. Mehr von der Präsentation? Teil 2 mit viel Gameplay diesmal.

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Gral Nummer 2

BUMM! HA! Alles kann kaputt gemacht werden – von wegen Gral und unsterblich. Dank der Voxel-Technologie kann die Spielwelt massiv beeinflusst werden: Magier erschaffen Eiswände die erst zerhackt werden müssen oder zerstören Brücken. Gigantische Eisengolems vernichten ganze Häuser mit ihren Schlägen und Sony nannte auch PvP-Schlachten, mit zerstörbaren Burgen. Zerstörte Objekte spawnen übrigens nach einer Weile neu. Auch wenn Rufus der Rüpel eine Brücke zerstört hat, darf Wendolin nach kurzer Zeit erneut hinüberziehen.

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Lebendige Welt?

Ja, zwei Grale kommen noch. Den vorletzten repräsentiert bei EverQuest Next die künstliche Intelligenz. So sollen die NPC-Feinde, Orks zum Beispiel, lediglich mit diversen Parametern versehen und auf die Spielwelt losgelassen werden. So möchte Sony vermeiden, dass es nur die üblichen Feinde-Camps gibt, wo ständig die gleichen Gegner nachspawnen, nachdem sie von Helden erledigt wurden. Um bei den Beispiel-Orks zu bleiben: Die Grünhäute bekommen die Parameter – „Wir wollen plündern“ und „Wächter sind böse!“ vereinfacht ausgedrückt zumindest. Ergo suchen sie sich eine einsame Straße, wo keine Patrouillen langmarschieren, dennoch aber ab und an ein Reisender überfallen werden kann. Reagieren nun die Spieler mit massiven Ork-Jagden oder alarmieren Wachleute in der Umgebung, siedeln die Orks um, verspricht Sony. Verärgert man die Orks allerdings zunehmend, kann es auch sein, dass sie nicht abhauen, sondern ein Ork-König eine größere Armee aufstellt und man so neue Aufgaben und Feinde erschaffen hat. Auch das mag der MMO-Fan schon mal gehört haben, erinnert es doch stark an die Event-Idee aus Guild Wars 2, die dort zumindest keine derart dramatischen Auswirkungen genommen hat, wie es zunächst klang. Doch trotz verhaltener Skepsis: Generell ein großartiger Gedanke, abzuwarten bleibt, wie gut der Plan beim ersten Kontakt mit dem Feind (den Spielern) noch funktioniert.

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Spieler hört die Signale!

Everquest_Next_19Dauerhafte Änderung in der Spielwelt? Dafür setzt EverQuest Next auf die „Rallying Calls“ und liefert direkt ein sehr cooles Beispiel: Alle Spieler erhalten eine öffentliche Quest, eine Stadt zu errichten. Diese besteht zunächst aus ein paar Zelten, nach ein paar Monaten soll dort eine großartige Metropole entstehen, was sich über mehrere Phasen erstreckt. Der Clou: Die Phasen unterscheiden sich von Server zu Server. Auf der einen Welt sind marodierende Orks ein Problem, Städtebauer auf der anderen werden von belagernden Gnollen oder attackierenden Drachen und so weiter heimgesucht. Das Bau-Prozedere wird durch Rohstoff-Sammeln unterstützt, mit genug Holz bauen die NPC-Siedler etwa eine Palisade – das kann schon zur nächsten Phase führen. Eliminiert Ihr in den Wäldern eine Bedrohung, kann auch dies die nächste Phase freischalten. Allerdings wird dies wohl in EverQuest Next für die Spieler nicht ersichtlich sein, sodass eine gewisse Dynamik entsteht. Nach Palisadenbau oder Waldbefriedung kann es nun passieren, dass stärkere Räuberbanden auftauchen, und umliegende Weiler in Brand stecken. Dadurch kriegen die Stadtbewohner natürlich Angst und errichten nun einen Steinbruch, um eine massive Mauer zu errichten und man kennt das ja – wenn man in Fantasy-Welten zu tief buddelt, findet man sicher irgendwas Böses. Hurra, wieder neue Quests. Das ganze System klingt sehr vielversprechend.

EverQuest Landmark

4Einen Termin für EverQuest Next gibt’s noch nicht – wohl aber soll uns im Winter EverQuest Landmark beglücken. Was das ist? Arbeitsbeschaffende Maßnahmen! Denn Sony möchte Euch in die Entwicklung von EverQuest Next mit einbeziehen. Dazu wird es ein gesondertes „Spiel“ geben, wo jeder Spieler sich ein Fleckchen Land schnappt und dort im Minecraft-Stil Dinge baut – Häuser, Türme, Burgen. Alleine, gemeinsam mit Freunden – wie es beliebt. Man darf auch herumlaufen und sich anschauen, was die Konkurrenz so baut und durch Erkunden lernen, wie man neue Objekte baut, also ganz schmucke Fenster und dergleichen, denn auch Crafting soll in Landmark eine große Rolle spielen. Achja, warum Konkurrenz? Weil Ihr fertige Konstruktionen über die Funktion Player Studio (gibt’s aktuell schon für die anderen EverQuests) im Spiel gegen Bares an andere verkaufen könnt. Wenn also der Palast-Baumeister einen schicken Turm sucht, muss er den nicht mühevoll selber „malen“ sondern kauft Euren. Verkauft er dann übrigens sein Schloss mit Eurem Turm drin weiter, bekommt Ihr noch Tantieme – es lebe der Kapitalismus! So, was hat der Spaß mit EverQuest Next zu tun? Sobald das Next gestartet ist, sollt Ihr Objekte aus Landmark importieren können, noch nicht ganz klar ist allerdings, wie man in EverQuest Next an Land zum Bebauen kommt. Weiterhin will Sony vorab diverse Wettbewerbe abhalten, um besonders gelungene Kreationen direkt zum Start von EverQuest Next einzubauen. Wer also den geilsten Tempel hinzaubert, kann sein Werk womöglich in Norrath verewigt sehen. Schön übrigens, der Support von Sony guckt sich Eure Kreationen genau an und überwacht, dass niemand Schindluder treibt. Also wohl keine Hakenkreuz-Hochhäuser oder Mega-Penis-Statuen.

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Zu schön, um wahr zu sein?

Mit EverQuest Next macht Sony große Versprechungen. Entscheidend ist nun, was davon gehalten werden kann. Sicher ist, jetzt sind wir in der Next-Gen der MMORPGs angekommen. Sandbox ist der neue Trend schlechthin, ebenso wie User-Generated Content – über Free2play brauchen wir wohl nicht mehr schreiben. Der Hype um das neue Everquest wird sicherlich groß werden, buchstäblich im vorbeigehen lässt Sony Elder Scrolls Online alt aussehen. Interessant jedoch: Trotz dem vielen Tam-Tam und Neu-Neu-Neu äußerte man sich reichlich wenig, zu normalen Spielinhalten. Pvp? Am Rande erwähnt. Quests? Wahrscheinlich. Level-System? Möglich. Mounts? Fliegen? Raids? Dungeons? Gilden? Steuerung? Dutzende Fragen, auf die die Konkurrenz gute Antworten parat hat, blieben bei der Präsentation offen – dennoch wird EverQuest Next die MMORPG-Gemeinde in den kommenden Monaten beschäftigen. Wer sich brennend dafür interessiert, kann sich beim deutschen Publisher Pro7Sat1 registrieren. 

Kommentare

7 Wordpress-Kommentare

  1. Die Frau und vor allem der Kerraner sehen für mich aus als wären sie einem Disney-Film entsprungen, sicher das Disney Star Wars gekauft hat und nicht SoE *g*?

    Ansonsten wenn ich mal den Vergleich der beiden „großen“ Stream-Events von gestern nehme, muss ich sagen dass ich von EQN weitaus mehr positiv überrascht als von TESO.

    TESO sieht sehr altbacken aus, quasi ein Best-of aller bisherigen Spiele inkl. 3 Fraktionen und ein paar Wünsche der Spieler, aber relativ wenig bis kaum neues. Alles hat man irgendwie schon einmal gesehen. Das ganze erinnert mich ein wenig an den damaligen Release von Rift, quasi der Best-of Vorgänger von TESO. Das aktive (Neverwinter-artige) Kampfsystem ansich sah schon gut aus, aber zwischenzeitlich hatte es zu viele Pausen alles sah relativ träge aus im Kampf (wie bei HDRO).

    Aber bei EQN muss ich ehrlich gestehen, das ich gestern teils echt sehr positiv überrascht war und immer noch bin. Mir viel schon lange nicht mehr die Kinnlade so runter wie bei EQN zB wie der disneyartige-Zeichentrick-Löwe bud-spencer-artig eine Mob-Gruppe inkl. Umgebung „(z)erlegt“ hat. Vor allem die Effekte waren echt genial … (Zitat meines Posts bei buffed).

    Zumindest wird es dank SoE / EQN endlich nochmal ein wenig spannend im MMORPG-Genre.

    Großes Manko ist für mich aber das ProSiebenSat1Games da seine Finger drinne hat und für uns „zuständig“ sein soll. Ich hoffe inständig dass ich ganz normal über SoE auf einem EU-DE-Server spielen kann! Für mich war es die größte Fehlentscheidung seitens SoE das sie mit PSG zusammen arbeiten. Ich bin heute noch froh, dass ich komplett mit EQ2, DCUO und vor allem Planetside 2 bei SoE bin. PSG hat weder Kompetenz noch Support, geschweige denn eine akzeptable Präsenz in den Community-Foren die sie betreuen.

    Die eigene Seven Cash Währung, statt der normalen Station Cash ist ein weiteres übel.

  2. Ganz meiner Meinung! 🙂

  3. Optisch sieht Everquest Next ja richtig schick aus, so würde ich mir ein WoW 2 wünschen. TESO stinkt da zumindest optisch echt gehörig ab muss ich sagen. Mal abwarten wie gut das Kampfsystem wird. Tera hat mir damals richtig gefallen, Guild Wars 2 hingegen fand ich richtig grottig.

  4. Bei aller Skepsis:
    Sony ist nicht gerade dafür bekannt, große Versprechungen zu machen und sie dann nicht einzuhalten, im Gegenteil bestand in der Vergangenheit ihr Problem eher darin, dass sie ein großartiges Spiel hatten, das daran scheiterte, dass zu wenig Werbung gemacht wurde.
    Ein gewisser Optimismus ist insofern gerechtfertigt! 🙂

    • Ja, das konnte man ja besonders schön sehen als SoE und Blizzard quasi zeitgleich Everquest II und WoW veröffentlichten. Ich hatte beide BETAs gespielt und auch beide zu Release mit meinen Guildies, ABER ALLE versuche meinerseits das damals für mich wensentliche bessere EQ2 zu spielen waren völlig frucht- und zwecklos. Ich konnte KEINEN langfristig davon überzeugen EQ2 zu spielen. Die Gründe waren aber leider auch nachvollziehbar für mich.

      1. Fehlendes Marketing (das macht man ja nun schon mal wesentlich besser mit EQN)

      2. Die Übersetzungsqualität von EQ2 war absolut grauenhaft, das schlimmste was ich bisher erleben durfte (OK, STO war mind. genauso „gut“), quasi nach jedem kleinen Patch waren Worte die vorher schon übersetzt waren wieder in English, alles war teils so durcheinander das es Probleme gab den Mob/Ort aus dem Questtext in der Welt wiederzufinden usw. Es war schlichtweg ein schlimmes DENGLISH-Kaudawelsch.

      3. EQ2 war im Gegensatz zu WoW ein absoluter Hardwarefresser und ist es teils heute immer noch. Selbst heute muss man immer noch ziemlich gute Hardware haben wenn man EQ2 auf HQ spielen will. WoW lief seit Beta/Release bis heute durchweg immer auf Mittelklasse-PCs, selbst auf nem Büro-PC mit ner brauchbaren Grafikkarte konnte man WoW noch annhembar spielen.

      Ich war damals absolut PRO EQ2 eingestellt, selbst heute noch. Doch ich konnte irgend keinen meiner Guildies dazu überrreden mit mir zu spielen. Nach spätestens 2 Monaten waren hatten die meisten noch nicht mal mehr EQ2 installiert und dann Griff der komplette WoW-Sucht-Faktor irgendwann.

      Kritikpunkt beim EQ2 vs. WoW wäre für mich noch das in WoW auch zu anfang alles immer einen Tick zugänglicher war und vor allem die Forenpräsenz der Community-Manager war in WoW erheblich besser.

      EQ2 hatte damals meiner Meinung nach klar das intensivere Gameplay und die besseren Feature (Housing, tolles Crafting, Sammlungen die man heute Archievement nennt *g*, usw.) EQ2 war damals schon innovativer, aber WoW war halt so gebaut das es selbst die backende Hausfrau von nebenan spielen konnte und hatte somit wohl auch alles richtig gemacht.

      Aber wie du schon sagst, ich sehe das alles was sie mit EQN versprechen sehr positiv. SoE ist sicher nicht bekannt dafür Spiele selbst so zu hypen und alles zu versprechen was sie nicht halten könnten. Da gibt/gab es genug andere Maulhelden und Hype-Meister wo dann am Ende nicht mehr viel übrig blieb vom Versprochenen oder teils (wie in Warhammer Online) nie geliefert wurden.

      OB EQN „ankommt“, sich dann auch gut spielen lässt und vor allem es hinbekommt einen Suchtfaktor zu erzeugen, bleibt abzuwarten. Wenn sie aus o.g. Fehlern gelernt haben stehen die Chancen ziemlich gut.

      Ich könnte mir auch sehr vorstellen das mit der Präsentation von EQN nun einige geplanten Spiele eingestellt werden. ArcheAge von Trion wäre so eins (auch wegen den aktuellen Veränderungen bei TRION). Dann gibt es ja noch die fette Konkurrenz wenn Anfang 2014 TESO kommt, spätestens damit ist der MMORPG V1.0-Markt völlig gesättigt, wenn er das nicht schon länger ist. EQN ist für mich klar ein NextGen-MMORPG V2.0 egal obn erfolgreich oder nicht, aber der Weg für Neues ist schon lange fällig.

    • Sorry wollte noch ein paar Fehler im Text verbessern *g* Leider wurde ich Opfer eines von mir selbst verursachten Kaffeetassen-AE-Angriffs bei dem ich mich für die Rettung meiner Tastatur entschied und somit gegen die Nutzung der bedrohlich ablaufende Bearbeitungszeit zur Bearbeitung meines Textes.

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