Effizienzwahn in WoW – Auf den Spuren von Gearscore, Spreadsheets und Co

von 3. April 2010 um 13:22 13

[singlepic=1010,200,125,right]In den tiefen Nebeln meiner Erinnerung sehe ich einen kleinen, gut aussehenden Schurken. Wir schreiben das Jahr 2005 – der Winter steht vor der Tür. Der kleine Schurke ist gerade frisch 60 geworden und hat sich einer Gilde angeschlossen, die im Geschmolzenen Kern ihren Kernhund stehen möchte. Seine Skillung hat er sich selber „erdacht“. Er benutzt keine Addons – erst Wochen später soll er das erste Mal erfahren, wieviel Schaden er im Vergleich zu den anderen Spielern macht. Und natürlich musste er sich auch nicht mit einem Arsenal-Link, einem Screenshot seiner UI und mit der Höhe seines Gearscores bei der Gilde bewerben. Stattdessen hat er freudig erzählt, mit wem er aus der Gilde schon unterwegs war und was er bisher so „erlebt“ hat im Spiel – und er wurde tatsächlich aufgenommen um mit der Gilde im Geschmolzenen Kern zu raiden.

Die Nebel verschwimmen … jetzt sitze ich hier wieder an meinem Schreibtisch im Jahre 2010. Heute Mittag habe ich den aktuellen Blog Patch 3.3.3. Taschenguide für das Schurken-Klassentreffen auf buffed.de geschrieben und musste dafür einige Zeit Testerei in das Tool iDPS stecken, um überhaupt einigermaßen sicher aktuelle Tipps und Ratschläge für Schurken formulieren zu können. Der Taschenrechner ist dabei auch nicht weit weg, um [singlepic=1011,200,150,left]eventuelle Dinge „mal schnell“ nachzuprüfen. Ergänzt wird das ganze durch zum Teil stundenlange Testreihen an der Puppe mit anschließender Recount-Auswertung. Wie professionell das alles wirkt im Vergleich zu 2005. Und ich armer Thor bin kein Einzelfall. Der Umgang mit WoW hat sich verändert. Die Community hat sich verändert. Das Wort Effizienz steht heute hinter allem. Bekannte Instanzen sollen so schnell wie möglich abgefarmt werden – damit das möglich ist bestehen viele „Gruppenleiter“ auf einen Gearscore, der so hoch ist, dass derjenige Spieler eigentlich gar keine Beute aus dieser Instanz mehr verwerten dürfte. Das dieses Tool nur eine oberflächliche Auskunft über Ausrüstung, Erfolge und Co gibt, ist dabei nur am Rande eines Kritik-Punktes würdig – Skill lässt sich halt nicht besser messen. Eigentlich sollte sich heutzutage eh jeder Spieler erstmal informieren, bevor er irgendwo mit möchte. Die Hol-Schuld wird proklamiert und Guides und Blogs zu Klassen und Instanzen sind gefragt wie nie zuvor und das in einer Zeit, wo man besonders als Schreiberling eines Klassen-Guides eigentlich meist nur eines schreiben kann: Es kommt darauf an!

Spielst du noch, oder rechnest du schon?

Und dabei basiert WoW ja auf simpler Mathematik. Dementsprechend darf es eigentlich auch nur eine Wahrheit geben – für Zauberei und Zufall gibt es keinen Platz in einem mathematischen System. Doch wirken die unterschiedlichen Attribute, die Formeln, die Rahmenbedingungen auf eine zum Teil sehr komplexe Art miteinander, so dass man eigentlich ergänzen müsste: Es gibt eine Wahrheit – und zwar für jede mögliche Ausrüstungs-Kombination genau eine. Ein Wunder, dass der Standpunkt des Mondes keinen Einfluss auf die eigene DpS hat. Dementsprechend gibt man als Autor eines Klassen-Guides so viele allgemeine Ratschläge, wie man kann und alle anderen Antworten müssen mit Hilfe eines sogenannten Spreadsheets oder ähnlichen Tools vom Leser am Besten selber errechnet werden. Das sich die Entscheidungen meist nur um wenige DpS drehen – „in den Sockel jetzt Tempowertung oder doch lieber Angriffskraft/Tempowertung…mhm….davon könnten immerhin 2-3 DpS abhängen“ – ist dabei nicht relevant. Effizienz steht eben über allem und wenn man 2.000 Gold für einen Zuwachs von 50 DpS ausgeben muss, dann wird das halt gemacht.

[singlepic=1012,200,125,right]Ja klar, die Spitze war schon immer sehr auf Effizienz ausgelegt. In den besten Raids im Sonnenbrunnen-Plateau gab es auf einmal einen spürbaren Anstieg an Lederern, weil Trommeln auf einmal total „Töfte“ waren. Ähnlich „Töfte“ sind aktuell Ingis und Ihre Bombengürtel – Ensidia weiß schon warum „grins“. Wenn man um die World-First-Kills mitspielt, dann muss man halt alles aus seiner Klasse rausholen. Doch schwappt dieses „Denken“ immer weiter die Nahrungskette runter, wodurch heute selbst Casual-Spieler durch Gearscore und Co abstruse Verhaltensweisen an den Tag legen.

  • Es werden überequipte Spieler gesucht, um ja so schnell wie möglich durch die Instanz zu kommen.
  • Spieler verlassen die Gruppe, wenn sie sehen, dass der Tank in der Random-Hero zu wenig HP hat, oder der Heiler noch blauen Kram sein Eigen nennt – oder verlassen spätestens nach dem ersten Wipe die Instanz.
  • Die Bewerbungs-Rituale für eine durchschnittliche Raid-Gilde entspricht schon lange einem normalen Bewerbungs-Durchlauf für eine normale Arbeitsstelle.
  • Raids werden abgesagt, wenn nicht das optimale Setup am Start ist – man könnte ja mal was „Neues“ ausprobieren müssen und dabei einen „Mehr-Aufwand“ haben.

Die armen Frischlinge

Ich sehe das selber an mir und meinem nächsten Stufe-80-Twink. Er ist erst 71, trotzdem überlege ich jetzt schon, wie ich mich am besten „vor-equippe“ um so schnell wie möglich meinen Platz in Hero-Instanzen  rechtfertigen zu können und um dann schnellst möglich mit dem Marken-Farmen beginnen zu können, um den Char vernünftig auszustatten. Ich weiß, was auf mich zukommt – fünf Jahre WoW-Erfahrung sei Dank. Ich möchte aber nicht wissen, wie es einem Frischling dabei geht. Kaum jemand, mit dem man in den Startgebieten das Spiel gemeinsam kennenlernen kann. Kaum eine Möglichkeit, vernünftig die kleinen Instanzen kennenzulernen: Als DD hat man über das Suche-Nach-Gruppe-Tool Wartezeiten jenseits von Gut und Böse und als Tank wird man geflamed, wenn man nicht Gas gibt. Quests werden nebenbei gemacht, wenn der Tank Ahnung hat und die Gruppe auch hin zu den jeweiligen Punkten steuert – ansonsten wird einfach der kürzeste Weg zum Boss gesucht – soll ja schnell gehen. Wenn ein Frischling eine Frage im Chat stellt, kann er davon ausgehen, dass er mit Koordinaten, Abkürzungen oder mit Flames beglückt wird – mit allen drei Möglichkeiten kann ein Anfänger normal nichts anfangen. Wenn ich mich in so einen Anfänger hineinversetze … also ich habe diverse MMOs schon aus weit weniger nervigen Gründen nach dem ersten Monat nicht mehr verlängert.

[singlepic=1013,200,160,left]Ich für meinen Teil freue mich daher auf Cataclysm. Vieles soll dort vereinfacht werden – Stichwort „Attribute“ – und zumindest die erste Zeit wird es wieder nur um eines gehen: Die neue Welt kennenlernen. Mit meiner Freundin gemeinsam die neuen Quests meistern und die Story verfolgen. Mit anderen Mitspielern das erste mal neue Instanzen betreten und meistern. Und das ganze in einem gemütlichen Tempo, um möglichst viel von diesem Feeling aufzusaugen. Im Hinterkopf habe ich auch immer noch Star Wars: The Old Republic. Mal wieder Noob sein kann auch ganz nett sein, wenn alle anderen ebenfalls Noobs sind 🙂 Das Spiel muss nur gut genug sein – denn auch ich bin verwöhnt durch die vielen Jahre mit WoW. Bis dahin werde ich weiter meine Guides schreiben, an Raids teilnehmen – also dem Effizienzwahn erliegen – und nebenbei ein bisschen „abschalten“ beim Twinken bis Stufe 80 oder bei den diversen Single-Player-Spielen wie Assassins Creed 2 und Drakensang: Am Fluss der Zeit.

Wie geht Ihr mit diesem Effizienzwahn um? Seid Ihr auch ein Opfer der Effizienz-Mentalität oder könnt Ihr Euch davon komplett frei sprechen? Macht dieses „Denken“ die Community immer weiter kaputt? Sehnt Ihr Euch auch ab und an danach mal wieder „Noob“ zu sein in einer neuen Welt? Frei von Addons und Tools ein Spiel einfach nur zu „spielen“? Ich bin gespannt auf Euer Feedback.

Kommentare

13 Wordpress-Kommentare

  1. Pingback: Tweets die Effizienzwahn in WoW - Auf den Spuren von Gearscore, Spreadsheets und Co | Ninjalooter.de erwähnt -- Topsy.com

  2. Zunächst einmal: Ich studiere Mathematik, bin daher etwas vorbelastet gegenüber dem Thema Maximierungsprobleme. Mir persönlich macht das „Number-Crunching“ Spaß, und zu meinen Zeiten als Jäger habe ich mich auch aktiv im offiziellen Forum am Theory-Crafting beteiligt.

    Alles hat jedoch seine Grenzen. So lange es bei Fachsimpelei unter „Profis“ bleibt, die schlussendlich in Form von Guides und praktischen Optimierungsprogrammen wie Rawr, den diversen Spreadsheeds aus dem Elitist-Jerks Forum o.ä. mathematisch weniger versierten, aber ambitionierten Spielern helfen können, das letzte Quentchen aus ihrem Charakter rauszuholen, dann ist das okay.

    Gearscore jedoch hat mittlerweile wirklich kuriose Auswüchse bei PuGs ausgelöst. Ich selbst habe damit wenig zu tun, da ich nicht mehr raide (außer MC, Kara und Co solo), aber im allgemeinen Chat bekommt man genug Dramen mit. Das Problem ist aber nicht so sehr Gearscore oder Min-Maxing an sich, sondern die Mentalität der Spieler. Du in deiner News die Folgen ausführlich geschildert, dem habe ich nichts hinzuzufügen außer meiner Zustimmung.

    Es ist eine Idiotie, dass sogar in Heros mittlerweile derartige Zustände herrschen. Dabei ist für diese Instanzen nur ein absolutes Mindestmaß an Gear nötig und auch in Random-Gruppen kann es richtig gut laufen. Heute noch z.B. mit einem frischen 80er Gildenkollegen Nexus PuG erlebt: vier Achievements für den blauequipten Magier beim Bosskill, inkl. Rubinleere. Ein Gegenbeispiel reicht ja schon, um die These von der Gearscore-Notwendigkeit für reibungslose Runs zu widerlegen.

    Zum Schluss möchte ich hinzufügen, dass auch ganz früher ein gewisser Leistungsdruck geherrscht hat. Sogar in MC-Zeiten hat man bei Gildenbewerbungen Gearchecks über sich ergehen lassen müssen. Aber damals erfolgten diese noch manuell und waren vernunftgeleitet. Das ist das Problem: Gearscore benutzen sollte nicht auch heißen Gehirn ausschalten.

    Am Ende sei aber allen Gearscore-„Opfern“ zum Trost gesagt: Es gibt genug Gilden, die diesen Wahn nicht mitmachen – und in Gilden macht das Spielen sowieso mehr Spaß als in PuGs! Also, besorgt Euch in aller Ruhe ein ordentliches Startequip und eine gescheite Gilde, dann klappt’s auch in Zeiten von Gearscore und Co.

  3. Die Welt ist nicht schwarz/weiß.

    Ein gewisses Mindestmaß, welches selbst jeder Twink durch Markenequip und bischen Hingabe problemlos bekommen kann, sollte man in einer Raidgilde schon erwarten können. Zwischen „raidfähig“ und Gearscore 5800+ ist doch ein beträchtlicher Unterschied. Aber Faulheilt siegt halt bei vielen… Mitspieler sind halt Erfüllungsgehilfen der eigenen Ziele?

    Da bei uns grundsätzlich erstmal kein Lootrecht für Anwärter besteht, ist es viel interessanter zu sehen, wie dieser mit der Situation zurecht kommt. „Equippen“ kann man dann ja immer noch bei einer endgültigen Aufnahme. So filtern sich zumindest recht schnell die Leute aus, die sich lieber bedienen lassen wollen.

    Bei 5er Innis mit Gearscore zu argumentieren halte ich auch für völlig affig und teilweise ist der blau/lila equippte Twink besser im Anpassen der Situation als der ICC25er equipte hau-mich-drauf Spieler *hüstel*

    Aber naja, wie hat es Blizzard schon am 1. April angekündigt: Wir brauchen das EPEEN 😉

  4. Ich level mir gerade auf Blackrock meinen Schurken noch auf 80, dauert nicht mehr lang, dann ist es soweit und ich darf ihn ausrüsten. Ich bin ja mal gespannt, wie mir die Spieler entgegenkommen. Da ich aber schon öfter solche Erfahrungen hatte, also mit einem Charakter mit 80 einzusteigen, wirds mir wohl nicht so schwer fallen. Es ist ja jedes Mal das Gleiche: Frischer 80er -> 200er + iLvl Heros abfarmen -> sobald paar Sachen mitgenommen gehts 219 + Heroes -> mitgenommen was ging in die neuen ICC Heroes und parallel PDK abklappern, kaum fertig -> Sachen verzaubern, perfektionieren Stammgruppe/Gilde suchen und zack schon ist man drin. 🙂

  5. Ich habe mich diesem ganzen DPS/GS/Perfektions Wahn schon lange entzogen. Dabei habe ich für mich viele neue andere Facetten des Spiels und des spielens entdeckt. Das oben beschriebene schreckt mich doch zu sehr vom raiden ab (mal von meiner wenigen verfügbaren Zeit abgesehen). Die kleinen fünfer Instanzen mache ich fast ausschließlich, auch nur mit Freunden, da kann man dann das Tempo selber bestimmen. Würde WoW nicht noch so viele andere Spielelemente, und damit verbundene Abwechslung beinhalten, ich hätte schon längst aufgehört zu spielen. Für mich als Feierabendzocker gibts immer noch viel neues und das auch nach über vier Jahren und drei 80er noch. Ich hoffe ja das mit Cataclysm, zumindest am Anfang, die Instanzen auch mit Zufallsgruppen wieder Spass machen.

    lg

    Kai

  6. Pingback: Genauso stelle ich mir Raidbündnisse und – gilden vor… « WoW – Journal von Nomadenseele

  7. /zustimm

    Du reißt ein paar sehr interessante Entwicklungen in WoW an. Der Effizienzwahn ist wirklich größer geworden bzw. hat um sich gegriffen.

    Denn mit vielen kleinen so begehrten Addons ist es ja so einfach geworden zu sehen auf was man sich einlässt. /ironie wieder aus
    Zum Glück gibt es genug Gegenbeispiele in denen super equipte Raidgruppen kläglich versagen oder gar total unterequipte Gruppen über sich herauswachsen. Alles schon live miterlebt. Das gerade finde ich toll!

    Zurzeit levele ich grad einen Dudu-twink als Heiler. Zum ersten Mal „Heiler“ und verantwortlich für das überleben der truppe zu sein ist gar nicht so einfach, muss ich sagen. Was mir sehr Spaß macht, ist in den vielen vielen verschiedenen Gruppen des LFG Tools zu erleben, wie Tank und DDs mit mir zusammen spielen oder eben nur ihr Ding durchziehen. Manche chatten gar nicht, andere flamen sofort, das Tempo variiert von ganz langsam, bis extrem schnell so das ich kaum hinterkomme. Gerade diese Abwechselung macht WoW zurzeit wieder für mich spannend!

    Von „alten Hasen“, die twinks hochziehen wie ich bis zu Frischlingen, die erstmal ihre Fähigkeiten die richtigen Tasten zu drücken – und welche Fähigkeiten sie überhaupt haben – ist alles dabei. Vieles macht „fun“. Ein fixer run mit Leuten die die Ini auswendig kennen ist toll. Ebenso viel Spaß macht es aber Neulinge dabei zu haben, mit denen man sich ordentlich unterhalten und auch weiterhelfen kann. Das ist mir auf jeden Fall lieber als mit diesen Flame-Idioten zu spielen, die den trillionsten Char hochziehen und meinen sie wären der/die Tollste und nur schnell durchrennen ohne Rücksicht auf die anderen zu nehmen. Auch per LFG Tool spielt man mit anderen Menschen zusammen. Jedes Mal! Aber manche verstehen das nicht, sondern sehen nur sich selbst.

    Falls ich etwas vom Thema abgewichen bin, dann hat das seinen Sinn. 😉

    • Die Situation in Random Gruppen, die man über den Dungeonfinder zugewiesen bekommt, kenne ich nur zu gut. Gerade als Heiler erlebt man Gruppen ganz anders als wenn man als DD mitgeht. Ich halte mich ja lieber aus allem raus bevor ich Teil der Flamerei werde, die oft aufkommt sobald nur ein Wort im Chat geschrieben wird. Auf meinem kleinen schnuckligen RP/PvP-Server bin ich das einfach nicht gewohnt und mag diese wirklich extrem unfreundliche Kommunikation gar nicht. Und ja, irgendwie hat diese Sache auch etwas mit der Geascore zu tun. So ganz lassen sie sich nicht voneinander trennen. Denn komischerweise kommen mir die mittelmäßigen Punktesammler am unfreundlichsten und aggressivsten vor als die ganz Kleinen und die ganz Großen.

  8. Hi,
    also ich muss schon sagen, dass mir das mit dem gearscore und Co. so richtig auf den keks geht.
    Manche leute bedenken gar nicht, dass sie selbst mal klein angefangen haben und ermöglichen es den „frischlingen“, sei es ein neuer twink oder ein ganz neuer spieler, sich zu entwickeln und auszurüsten.
    Ich weiß nicht, ob diese leute wissen, dass ROM auch nicht an einem tag erbaut worden ist.
    Ich selber habe meiner nach ordentliches equip mit 4 t10.5 teilen und auch erfahrung, aber habe bei weitem nicht den geforderten gearscore, um doch mal was anderes zu sehen.
    ich gehe gerne mit meinem freunden, die grade ihre twinks hochgelevelt haben, in die 5er inis und kleineren raids, um ihnen ihr equip zu ermöglichen, aber das scheint bei vielen vor allen dingen diese progress-gilden kaum zu jucken.
    man muss bedenken, dass aber blizzard selbst einen großteil dazu beigetragen hat, dass sich das alles so entwickeln musste.
    auf der einen seite wollte blizzard die casual-user auch auf ein höheres equip-stand bringen, indem sie vieles vereinfacht hat, auf der anderen seite habe sie aber genau diese gearscore fanatiker weiter in ihrem bestreben ebenso unterstützt.
    mir fehlt es auch in den 5er inis wie auch in den raids, dass die einzelnen fähigkeiten der klassen deutlicher zum vorschein kommen. bestes beispiel letztens icc 25er.
    die melees(dk, schurke und off-krieger) machen mehr AOE-dmg beim trash-pull als eine richtige aoe-klasse wie mage, hexer oder eule. solche dinge sind auch nicht grad förderlich für eine bestehende klasse, deren fähigkeiten an andere klassen übergeben werden.
    es gibt viele dinge, über die man sich hier unterhalten könnte, aber solange blizzard das mit der situation nicht begreift, was für einen humbug sie da fabriziert haben, können wir scheiben und darüber diskutieren, bis wir schwarz werden.
    mein appell an andere.
    bleib einfach menschlich und hilfsbereit, früher oder später wird sich das auszahlen, auch wenn es nur ein spiel ist.

  9. Ich raide seit 2005 als DD und beschäftige mich selbst gern mit Effizienzsteigerung. Nicht seit Anfang an, aber seit ich das erste Mal festgestellt habe, dass ein Schurkenkollege bei etwa gleicher Ausrüstung wesentlich mehr Schaden machte, gegen Ende MC wusste ich wozu % höhere Chance zu treffen gut ist 🙂

    Die ganzen stats im Auge zu behalten ist für mich Teil des Spasses an WoW geworden. Am meisten hat es mir gefallen meine beiden Tanktwinks auszurüsten, mit denen war ich ab ca 65 immer immun gegen kritische Treffer gegen 3 Stufen höhere Monster, habe auf das Trefferwertungs- und Waffenkundeoptimum hingearbeitet. Bei jedem neuen Teil während des levelns das Ganze überprüft und umgesockelt, es macht mir halt Spass zu optimieren.

    GearScore finde ich jedoch auch größtenteils unsinnig. Es gibt eine ungefähre Vorstellung vom Ausrüstungsstand, sagt aber ansonsten nichts aus. Wenn ich mit dem twink Instanzen tanke ist es mir auch komplett egal wer da mitkommt, solange keiner faul rumhängt kann das auch gerne ein Frisch-80er sein der noch grün hinter den Ohren ist.

    Ich raide immer noch nur mit dem Schurken (nur Gildenraids, keine randoms), da erwarte ich auch von den anderen ein gewisses Maß an Optimierung und Liebe zum eigenen Character.

  10. Ich hab Leute die nach Gearscore gehen, und dabei vergessen dass man komplett 232/245 equipt sein kann ohne jemals mehr als 3 Instanzen und den Markenhändler abfarmen zu müssen, so gefressen.
    Klar kommt es gerade bei weiteren Raids darauf an besseres Equip zu haben, doch der Skillfaktor beweist dass selbst das Gear’o’penismeter schwächelt.

    Nur zum Bleistift:
    HC HdZ4 Tank mit 20k Leben (nach Druidenbuff, Palabuff UND seinem Schrei) trägt fast komplett 70er Equip. Zum Vergleich ich hatte als Baum 22k zu dem Zeitpunkt.
    Am Anfang dachte ich aua, das wird entweder total schiefgehen oder Spaß machen (Instanzen mit 40k Tanks die nur Ausweichen, Blocken und Parieren sind extrem langweilg)
    Ich schweife ab… Fakt ist dieser 20k Leben Krieger behielt die Aggro gegen unsere ICC und PDK equippten Damagedealer. Kein einziges Mal verlor er sie.
    Wie er es tat weiß nur Yserá.

    Nächste Ini: Palatank mit nichts niedrigerem als 232er Items. Nur wenn ich nach 10 Sek Kampfzeit Wildwuchs und Verjüngen mache und auf einmal Aggro hab dadurch tjoa….
    Die restliche Ini hatten der Hexer, der DK, der Furykrieger und ich eigentlich mehr die Aggro als unser doll equippter Tank. Es war wenigstens nicht langweilig….^^

    Persönlich muss ich sagen: Lieber spiel ich mit Leuten zusammen die ne Ahnung haben woraufs ankommt, als mit Leuten die Maxgear suchen und nicht weiter denken können als die vorgegeben Taktiken aus den Guides.
    Denn wenn ein Raidleader wegen 1 toten Hexer in nem 10er Raid sagt: „Lasst euch sterben unser Hexer ist tot, den brauchen wir laut Guide“ dann weiß ich auch nicht.
    Solche Aussagen sind sogar für Randomraids unglaublich dämlich.

    So weit von mir.
    Möge die Natur euch stehts wohlgesonnen sein.
    Kiina

  11. Als ich den Artikel, den ich sehr gut finde und der mir aus der Seele spricht, gelesen habe, viel mir eine Random Hero von heute ein.
    Zack Heiler/DD ausgewählt, wie immer wurde ich als Heiler mitgenommen (als DD wartet man ewig …) und konnte das geschehen aus der Ferne betrachten 🙂
    Auch wenn ich von GearScore nichts halte habe ich doch dieses lustige „Addon“ drauf und sehe
    ——————————
    Hexer gs 5500, Schurke gs 5400, dk gs 3800 und der tank.
    Recount sagte später folgendes:
    Hexer 4,8k dps
    Schurke 2,2k dps
    dk 3,9k dps
    ——————————-
    Dieses Bild erlebe ich immer wieder, daher frage ich mich, wenn man halbwegs gebildet ist und weiß das sich Leute auf ihrem GS ausruhen und meinen sie könnten gemütliche neben herlaufen als alles aus ihrem Gear herauszuholen, warum nimmt man sie mit?! 🙂

    grüße

    Lys

  12. Gerade bei Schurken fällt es mir immer wieder verstärkt auf, dass sie 0 vom eigenen Potenzial in den 5er-Inis rausholen…….vielleicht eben weil Creep mein Main seit 5 Jahren ist und ich weiß, was der Schurke kann. Mit meinem Twink-DK-Tank hab ich erst einmal nen Schurken erlebt, der überhaupt wußte, was Schurkenhandel ist…..CC in der Halle der Reflexionen um den Heiler zu entlasten ? No way. Auch kein Zerlegen…..und das ganze dann aber auch gepaart mit absolut niedriger DpS……eigentlich ein wunder, dass ich nicht erstauntes gemurmel wahrnehme, wenn ich mit meinem Rogue die Hälfte des Schadens der Gruppe mache…..dem Tank-Frischling bei der Aggro helfe – Schurkenhandel klug nutzen und so – und gleichzeitig den Heiler entlaste, wenn es doch mal eng wird…..CC sei dank. Im Notfall war ich auch des öfteren schon 2nd-Tank, weil der Heiler Aggro hatte….oder weil der Tank gestorben war und ich den rest mit Entrinnen austanken musste…….soviel Potenzial und ich heule jedes mal bei diesen ganzen 08/15 Schurken

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